IBM-Aktien machen einen Sprung nach vorne — ausgerechnet einen Tag, nachdem der Kurs auf ein Jahrestief gefallen war. Am Freitag legte das Papier um 3,74 Prozent zu und schloss bei 188,38 Euro. Erst am Donnerstag hatte die Aktie mit 175,14 Euro ihren tiefsten Stand seit einem Jahr markiert.
Die Erholung wirkt wie eine Atempause nach einer brutalen Woche. Seit Jahresbeginn steht bei IBM ein Minus von 27,52 Prozent zu Buche. Der RSI-Wert von 35,5 signalisiert eine fast überverkaufte Aktie — ein Niveau, das erfahrungsgemäß wertorientierte Investoren anlockt.
Software wächst, Infrastruktur bremst
Am 22. Juli legte IBM seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz kletterte um ein Prozent auf 17,16 Milliarden Dollar — und verfehlte damit knapp die Erwartungen der Analysten. Das Management macht dafür eine späte Verschiebung im Kundenverhalten verantwortlich: Firmen steckten ihr Kapital lieber in knappe Server und Speicherlösungen als in IBMs Software- und Beratungsgeschäft.
Die Segmente zeigen ein gespaltenes Bild. Die Softwaresparte wuchs um 5 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, angetrieben von Red Hat mit einem Plus von 11 Prozent sowie der jüngst übernommenen HashiCorp. Die Infrastruktursparte brach dagegen um 7 Prozent ein, bedingt durch den Zykluswechsel bei den IBM-Z-Mainframes. Das Beratungsgeschäft stagnierte bei 5,3 Milliarden Dollar, weil Unternehmen bei freiwilligen Projekten zurückhaltender wurden.
Diese durchwachsene Bilanz kam nicht überraschend. Bereits am 14. Juli hatte IBM eine vorläufige Gewinnwarnung veröffentlicht, die einen der schärfsten Tagesverluste der jüngeren Firmengeschichte auslöste.
Milliardendeal für die Quanten-Zukunft
Während die laufenden Geschäftszahlen belasten, setzt IBM strategisch auf die nächste Technologiegeneration. Der Konzern hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von HRL Laboratories unterzeichnet. Das Forschungsinstitut war früher ein Gemeinschaftsunternehmen von Boeing und General Motors.
Der Deal soll bis Ende des dritten Quartals 2026 abgeschlossen sein. Im Zentrum steht HRLs Expertise bei Silizium-Spin-Qubits und fortschrittlicher Sensorik. IBM will diese Technologie in künftige Systeme integrieren — allen voran die geplante Plattform „Quantum Starling“, die bis 2029 rund 100 Millionen Quantenoperationen bewältigen soll.
Guidance gesenkt, Cashflow-Ziel bleibt
Für den Rest des Geschäftsjahres 2026 hat IBM seine Erwartungen nach unten korrigiert. Das Unternehmen rechnet nun mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent, statt der zuvor angepeilten über 5 Prozent. Beim freien Cashflow hält das Management dagegen an seinem Ziel fest: ein Plus von rund einer Milliarde Dollar gegenüber dem Vorjahr.
Ein Detail dürfte für die zweite Jahreshälfte entscheidend werden: Ein Drittel der im Juni verschobenen Geschäftsabschlüsse soll bereits Anfang Juli nachgeholt worden sein. Ob der restliche Teil noch folgt, bleibt offen. Die Aktie notiert derzeit 35,67 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 292,85 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde.
IBM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IBM-Analyse vom 25. Juli liefert die Antwort:
Die neusten IBM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IBM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
IBM: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

