Die IG Metall zieht mit einer Forderung nach fünf Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. Neben dem Lohnplus verlangt die Gewerkschaft verbindliche Zusagen zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie Gewinnbeteiligungen in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben. Die Arbeitgeberseite reagiert mit scharfer Ablehnung.

Regionale Kommissionen haben die Marschrichtung bereits vorgegeben. In Baden-Württemberg gilt die Forderung für etwa 900.000 Beschäftigte. Im Bezirk Mitte, der Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen umfasst, stehen 388.000 Beschäftigte im Fokus. Am Mittwoch legt der Vorstand der Gewerkschaft seine einheitliche Forderung für die bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche fest.

Streit um Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitskosten

Die anstehenden Gespräche fallen in eine Phase industrieller Sparprogramme. Große Unternehmen verschärfen ihre Kostenkontrolle. Mercedes-Benz brachte Werksschließungen in Deutschland ins Gespräch, sollten die Standortkosten nicht sinken, und schlug längere Arbeitszeiten bei gleichem Gehalt vor. Auch Volkswagen setzt den Rotstift an.

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall stufte die Forderung als realitätsfremd ein. Hohe Lohnaufschläge schwächten die industrielle Basis und gefährdeten Zehntausende Arbeitsplätze. Die Gewerkschaft hält dagegen: Die Beschäftigten benötigten neben mehr Sicherheit eine spürbare Reallohnsteigerung. Wo Unternehmen solide Gewinne erwirtschaften, sei eine tarifliche Beteiligung des Personals am Erfolg angemessen.

Verhandlungsauftakt im Oktober

Erste Verhandlungen auf regionaler Ebene starten ab dem 7. Oktober. Für die Mittelgruppe ist eine Auftaktrunde am 9. Oktober in Frankfurt angesetzt, gefolgt von Gesprächen für Thüringen am 12. Oktober in Erfurt. Warnstreiks sind nach Ablauf der Friedenspflicht ab November möglich. Die Tarifrunde betrifft Branchen wie Maschinenbau, Automobilbau und Elektrotechnik — die kriselnde Volkswagen AG verhandelt dagegen separat im Rahmen ihres zum Jahresende auslaufenden Haustarifvertrags.