Im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie verhärten sich die Fronten. Zehntausende Beschäftigte haben am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt, um den Druck auf die Arbeitgeber vor den anstehenden Gesprächen spürbar zu erhöhen. Während die Gewerkschaft ein deutliches Lohnplus verlangt, verweisen die Unternehmen auf eine angespannte wirtschaftliche Lage und warnen vor den Folgen weiterer Arbeitskämpfe.

Breite Beteiligung in NRW und Bayern

Allein in Nordrhein-Westfalen beteiligten sich gut 16.000 Angestellte aus 235 Betrieben an den Aktionen. Größere Kundgebungen gab es bei Ford in Köln mit 3.000 Teilnehmenden sowie am Standort von Mercedes-Benz in Düsseldorf.

Parallel dazu legten Beschäftigte in Bayern die Arbeit nieder. Bei Audi in Ingolstadt unterbrach die Nachtschicht die Produktion für zwei Stunden, während sich im Freistaat insgesamt 8.500 Beschäftigte den Aktionen anschlossen. Betroffen waren unter anderem auch Betriebe des Zulieferers ZF sowie des Rüstungsunternehmens Renk.

Weit auseinanderliegende Positionen

Die Vorstellungen der Tarifparteien klaffen weit auseinander. Die IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie einen Aufschlag von 110 Euro bei den Ausbildungsvergütungen.

Die Arbeitgeberseite hält die Forderungen für verfehlt. Aus Sicht der Verbände gefährdet ein hoher Abschluss die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, die mitten in einem tiefgreifenden Strukturwandel stehen. Das Angebot der Arbeitgeberseite bleibt deutlich hinter den Gewerkschaftsforderungen zurück und sieht lange Laufzeiten sowie Einmalzahlungen vor.

Die Auseinandersetzung trifft auf ein ohnehin unruhiges industrielles Umfeld. Der Zulieferer Schaeffler kündigte zeitgleich den Abbau von 2.660 Stellen in Deutschland bis zum Jahr 2029 an, während bei Audi über Sparprogramme verhandelt wird.

Am Mittwoch sollen die Arbeitsniederlegungen in Nordrhein-Westfalen weitergehen, unter anderem an Standorten wie Aachen, Gelsenkirchen und Hagen. Die dritte Verhandlungsrunde für die Branche ist für den 9. November angesetzt.