Erst Rekordhoch, dann abrupter Rückschlag: Infineon hat eine harte Handelswoche hinter sich. Am Freitag fiel die Aktie um 12,81 Prozent auf 74,51 Euro. Auslöser war eine pessimistische Prognose aus dem Halbleitersektor.
Brisant ist der Zeitpunkt. Am 3. Juni hatte der Titel noch ein Jahreshoch bei 89,67 Euro markiert. Seitdem liegt der Kurs 16,91 Prozent darunter.
Der Trend ist beschädigt, nicht gebrochen
Der Rücksetzer trifft eine Aktie, die vorher stark gelaufen war. Seit Jahresanfang liegt Infineon noch 94,52 Prozent im Plus. Auf Zwölfmonatssicht beträgt der Zuwachs sogar 110,09 Prozent.
Das erklärt, warum der Kursrutsch technisch nicht isoliert wirkt. Über sieben Tage steht ein Minus von 8,92 Prozent, über dreißig Tage aber weiter ein Plus von 25,06 Prozent. Kurz gesagt: Die Korrektur baut vor allem Überhitzung ab.
Vom Jahrestief bei 31,34 Euro bleibt die Aktie weit entfernt. Der Abstand beträgt 137,79 Prozent. Das zeigt, wie groß der vorherige Anstieg war.
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Der Kurs liegt auch nach dem Einbruch klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 58,03 Euro. Diese Linie wird nun zur wichtigen Auffangzone.
Der 100-Tage-Durchschnitt liegt bei 50,09 Euro. Dort beginnt aus technischer Sicht der mittlere Trendbereich.
Der 200-Tage-Schnitt steht bei 42,66 Euro. Der Abstand dazu beträgt 74,66 Prozent. Von einem gebrochenen Langfristtrend kann daher noch keine Rede sein.
Volatilität bleibt das Warnsignal
Der RSI über 14 Tage liegt bei 55,1. Damit wirkt die Aktie nach dem Kursrutsch nicht überverkauft. Technisch bleibt also Raum für weitere Schwankungen.
Genau dort liegt das Problem. Die annualisierte Volatilität über 30 Tage erreicht 73,12 Prozent. Solche Werte sprechen für eine sehr nervöse Marktphase.
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Nach dem Rücksetzer kommt Infineon noch auf 104,87 Milliarden Euro Börsenwert. Die Bewertung bleibt damit hoch, obwohl der Markt den jüngsten Optimismus deutlich zurückgenommen hat.
Termine liefern neue Impulse
Der Halbleitersektor steht unter Druck. Der PHLX Semiconductor Index verzeichnete zuletzt einen der schwersten Tagesverluste seit Jahren. Wenn sich diese Schwäche fortsetzt, kann sie auch Infineon weiter belasten.
Auf der Unterseite gilt die Zone um 58,03 Euro als nächste wichtige Marke. Oberhalb des aktuellen Kurses wartet die Kurslücke vom Freitag als Widerstand. Erst eine Rückkehr über 80 Euro würde den unmittelbaren Abwärtsdruck klar entschärfen.
In der neuen Woche kann das Management die Stimmung einordnen:
- 7. Juni: Barclays EMEA Technology Conference
- 8. Juni: BofA C-Suite TMT Conference
- 8. Juni: Start der Leistungselektronik-Messe PCIM in Nürnberg
Die gesenkte Wachstumsprognose der OECD für Deutschland kommt als Belastungsfaktor hinzu. Sie nährt Zweifel, ob die Nachfrageerwartungen für das Gesamtjahr halten.
Der nächste harte Datenpunkt folgt am 4. August mit den vorläufigen Ergebnissen für das dritte Quartal. Bis dahin liefern vor allem Branchenstimmung, Messeaussagen und die Zone um 58,03 Euro die Richtung für die Aktie.
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