Infineon verlor gestern 5,77 Prozent. Über Nacht kam nun eine Zahl aus Südkorea, die für den Kurs Relevanz haben dürfte: Samsung Electronics meldet für das dritte Quartal einen operativen Rekordgewinn, getrieben von Speicherchips für KI-Rechenzentren.

Was Samsungs Zahlen für Infineon bedeuten

Der operative Gewinn von Samsung liegt bei 107,40 Billionen Won, umgerechnet rund 71 Milliarden Euro. Das sind 782 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um 127 Prozent. Die Rechenzentrumsbetreiber bestellen also weiter.

Für Infineon ist das mehr als ein Randthema. In denselben Serverschränken, in denen Samsungs Speicher steckt, sitzen Stromversorgungschips des Münchner Konzerns. Jeder zusätzliche KI-Server braucht Bausteine, die den Strom bis zum Prozessor wandeln. Infineon peilt damit im laufenden Geschäftsjahr mehr als 1,6 Milliarden Euro Umsatz an, im nächsten Jahr sollen es 2,5 Milliarden Euro werden.

Kein Freifahrtschein

Samsung verfehlte die hohen Markterwartungen allerdings knapp. Die Aktie gab am Donnerstagvormittag in Seoul 0,70 Prozent nach. Im KI-Handel liegt die Latte so hoch, dass ein Rekord allein nicht mehr reicht.

Auch bei Infineon relativiert sich der Effekt. Die KI-Stromversorgung macht erst rund ein Zehntel des erwarteten Jahresumsatzes von 16,3 Milliarden Euro aus. Fast die Hälfte der Erlöse stammt aus dem Autogeschäft, das zuletzt deutlich langsamer wuchs.

Samsungs Zahlen stützen damit das kleine, wachstumsstarke Segment, aber noch nicht den Gesamtkonzern. Ob sie den gestrigen Rückschlag abfedern, zeigt sich im heutigen Handel: Ein Teil des Abschlags hängt am KI-Sentiment, das Samsungs Rekord kurzfristig stützen könnte. Der verfehlte Konsens dämpft diesen Effekt jedoch.