Infineon hat in Thailand sein erstes Werk im Land in Betrieb genommen. Der Standort östlich von Bangkok soll Leistungsmodule für Elektroautos, Energiespeicher und Rechenzentren liefern. Es ist ein Schritt, der zur Dynamik der Aktie passt: Sie ist 2026 der stärkste Wert im DAX.
Back-End-Fertigung nahe Suvarnabhumi
Die Anlage liegt in einem Industriepark nahe dem internationalen Flughafen Suvarnabhumi. Sie ist auf die Back-End-Fertigung spezialisiert, also auf Montage, Verpackung und Tests von Chips sowie auf Leistungsmodule. Die dort gefertigten Komponenten sollen vor allem in Elektrofahrzeugen, Energiespeichersystemen und Rechenzentren zum Einsatz kommen. Genau diese drei Felder will auch Thailand selbst ausbauen.
Infineon investierte rund 1,4 Milliarden US-Dollar in den Standort. Das Gelände umfasst 200.000 Quadratmeter. Im Vollbetrieb sollen dort bis zu 5.000 Menschen arbeiten.
Der Konzern will zudem mit anderen Halbleiterfirmen vor Ort kooperieren, um Lieferketten für hochwertige Chips zu stärken. Mit thailändischen Universitäten arbeitet er zusammen, um den wachsenden Bedarf an Ingenieuren zu decken.
Thailands Stufenplan
Das Land gilt als etablierter Automobilstandort, hinkt bei Halbleitern aber Singapur und Malaysia hinterher. Die Regierung verfolgt deshalb einen Plan in drei Etappen: Bis 2030 soll die Montage- und Testbasis wachsen, erste Schritte Richtung Wafer-Fertigung inklusive. Bis 2040 sollen Investoren für Vorstufen wie Chipdesign gewonnen werden. Bis 2050 strebt Thailand eine vollständige heimische Lieferkette an.
Insgesamt sollen so Investitionen von 80 Milliarden US-Dollar und mehr als 230.000 Arbeitsplätze entstehen. Die Investitionsbehörde verzeichnete zwischen 2023 und Mitte 2026 bereits Anträge für 879 Halbleiterprojekte. Infineon ist damit früh in einem Markt präsent, der politisch gefördert wird.
Aktie nach starkem Lauf
An der Börse hat sich die Euphorie seit dem Hoch im Juni etwas abgekühlt. Dennoch steht für 2026 ein Plus von mehr als 55 Prozent zu Buche. Am Donnerstagnachmittag notierte das Papier auf Tradegate mit 59,40 Euro leicht im Minus.
Morgan Stanley sieht ein Kursziel von 62,72 Euro. Das liegt gut fünf Prozent über dem aktuellen Niveau. Als nächster Termin steht die Vorlage der Geschäftszahlen am 10. November an. Dann dürfte sich zeigen, wie schnell die neue Kapazität zum Ergebnis beiträgt.
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