Während der breite Halbleiterindex zum Wochenauftakt unter steigenden Ölpreisen und Anleiherenditen litt, positioniert sich ein prominenter US-Investor demonstrativ auf der Käuferseite: Jim Cramer nennt Intel eine der wenigen Aktien, die auch in einem schwierigeren Marktumfeld überzeugen könnten.
Der Ausverkauf am Montag traf die Chipbranche breit. Intel verlor gemeinsam mit Micron, Qualcomm und Arm zeitweise bis zu 8,7 Prozent, belastet von steigenden Ölpreisen nahe 106 US-Dollar je Barrel und wieder anziehenden Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen. Höhere Zinsen schmälern die Attraktivität von Wachstumswerten wie Chipaktien generell.
Warum Cramer optimistisch bleibt
Cramer sieht in Intel einen Profiteur der wachsenden Nachfrage nach Prozessoren für KI-Agenten. Entscheidend sei dabei der disziplinierte Kurs von Konzernchef Lip-Bu Tan, der sowohl die Kostenstruktur strafft als auch das kriselnde Foundry-Geschäft wiederbeleben will.
Cramer formulierte sein Vertrauen in diese Strategie unmissverständlich und stellte Intel damit neben Meta, Microsoft und Apple als einen der Werte, die trotz belastender Makrofaktoren Substanz bieten.
Auch am breiteren Markt zeigt sich, dass Intel derzeit als Comeback-Kandidat gehandelt wird: Die Aktie zählt mit einem Kursplus von rund 30 Prozent im laufenden Monat zu den auffälligsten Bewegungen unter den großen Chipwerten – ein Wert, der in Screening-Listen für Turnaround-Wetten regelmäßig auftaucht.
Die Gemengelage bleibt zweigeteilt. Kurzfristig drücken Öl- und Zinssorgen sowie negative Schlagzeilen aus dem KI-Sektor auf die Stimmung im gesamten Halbleiterbereich.
Mittelfristig setzen Beobachter wie Cramer aber darauf, dass Intels Neuausrichtung unter Tan – schlankere Kostenbasis, fokussiertes Foundry-Geschäft, steigende CPU-Nachfrage durch KI-Anwendungen – der Aktie eine eigene Erholungsdynamik verleihen kann, unabhängig vom Auf und Ab bei Öl und Anleihen.
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