Im vorbörslichen Handel verzeichnet die Intel-Aktie heute ein Minus von 3,2 Prozent auf 104,40 Euro. Für den Rücksetzer gibt es keine unternehmensspezifischen Negativnachrichten. Stattdessen geriet der gesamte Halbleitersektor ausgehend von den asiatischen Märkten unter Druck.
Vor allem südkoreanische Chipwerte gaben infolge gestiegener Renditen von US-Staatsanleihen und einsetzender Gewinnmitnahmen nach, während sich US-Halbleitertitel zuvor noch widerstandsfähig gezeigt hatten.
Sektorweiter Druck nach jüngster KI-Rally
Die Abgaben treffen die Branche nach einer Phase deutlicher Kursgewinne. Laut Reuters hatte am 22. September die Vorstellung des KI-Assistenten Muse von Meta Platforms die Kauflaune bei Technologiewerten angefacht. Auch Intel profitierte von diesem Impuls, der die Kurse mehrerer Chiphersteller anschob.
Trotz des heutigen Dämpfers steht für die Papiere des Chipherstellers seit Jahresbeginn ein Zuwachs von 232 Prozent zu Buche. Die aktuelle Bewegung stellt vor diesem Hintergrund eine Atempause in einem für das Unternehmen bislang sehr dynamischen Börsenjahr dar.
Positive Analystenstimmen im September
An der Wall Street erhielt der Konzern zuletzt Rückenwind von mehreren Analysehäusern. Medienberichten zufolge stufte Barclays die Aktie am 16. September von Hold auf Overweight hoch. Am selben Tag bestätigte Melius Research die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 165 $.
Flankiert wurden die Einstufungen von Fortschritten im operativen Geschäft. Am 16. September meldete Intel, dass Softwareoptimierungen die Resultate bei KI-Inferenz-Messungen im Branchenbenchmark MLPerf verbesserten. Am 21. September brachte Google zudem neue Googlebook-Laptops auf den Markt, die mit Prozessoren der Reihe Intel Core Ultra Series 3 arbeiten. Intel hatte die Produkteinführung über das eigene Portal bestätigt.
Anpassungen im operativen Betrieb
Neben Produkteinführungen gab es im September auch administrative Entscheidungen. Am 19. September stellte das Unternehmen sein bezahltes Prämienprogramm für Sicherheitslücken ein. Zuvor wurden im Rahmen dieses Programms Belohnungen von bis zu 100.000 $ für gefundene Schwachstellen vergeben. Intel ersetzte das Modell durch ein Meldeverfahren ohne finanzielle Prämien und nannte dafür keine Gründe.
Zusätzlich sorgen Berichte über mögliche Preisanpassungen im PC-Segment für Aufmerksamkeit. Medienberichten zufolge, die sich auf Branchenkreise aus der Lieferkette stützen, bereitet der Chiphersteller für Anfang Oktober eine Preiserhöhung von rund 10 Prozent für PC-Prozessoren vor. Intel selbst hat diese Pläne bislang nicht bestätigt.
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