Intel-Anleger dürfen sich zur Wochenmitte über ein deutliches Vorbörse-Plus freuen. Die Aktie legte vor Handelsstart um 3,6 Prozent zu – ausgelöst durch Berichte, wonach der südkoreanische Speicherchip-Riese SK Hynix mit Intel über eine mögliche Chip-Fertigung in den USA verhandelt.

Gerüchte statt Bestätigung

Konkret geht es um Gespräche zur Produktion von Speicherchips auf US-Boden. Weder Intel noch SK Hynix haben die Verhandlungen bestätigt. Ein Intel-Sprecher wollte die Spekulationen nicht kommentieren, SK Hynix erklärte lediglich, man prüfe verschiedene Optionen zur Stärkung der globalen Wettbewerbsfähigkeit – ohne dass etwas abschließend vereinbart worden sei.

Der Deal dürfte, sollte er zustande kommen, nicht ohne Widerstand bleiben. Berichten zufolge könnte die südkoreanische Regierung Einwände erheben, da das Chipgeschäft von SK Hynix dort als Angelegenheit von nationaler Bedeutung gilt.

Für Intel wäre eine Partnerschaft dieser Art dennoch ein Signal: Der Konzern positioniert sich zunehmend als Fertigungspartner für internationale Speicherchip-Hersteller, die ihre Produktion in die USA verlagern wollen.

Makro-Umfeld bleibt angespannt

Der Kursgewinn fällt in ein Marktumfeld, das von der bevorstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank geprägt ist. Die Fed dürfte die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben – die erste Erhöhung seit 2023. Anleger richten den Blick vor allem auf die Kommunikation von Fed-Chef Kevin Warsh und die neuen Zins- und Inflationsprojektionen, die im Anschluss an die Sitzung veröffentlicht werden.

Steigende Anleiherenditen und ein zuletzt kräftiger Ölpreisanstieg hatten die Wall Street zuletzt belastet. Auch der breite Technologiesektor steht unter Beobachtung, nachdem mehrere prominente KI-Manager vor den Risiken einer zu schnellen Entwicklung künstlicher Intelligenz gewarnt hatten.

Für Intel-Aktionäre bleibt entscheidend, ob aus den SK-Hynix-Gesprächen tatsächlich eine belastbare Vereinbarung wird – bislang handelt es sich um unbestätigte Verhandlungen ohne Zeitrahmen.