Broadcom enttäuscht, der US-Arbeitsmarkt läuft heiß – und Intel gerät gleich doppelt unter Druck. Die Aktie verlor am Freitag 10,90 Prozent und beendete eine ohnehin schwache Woche mit einem Minus von 12,71 Prozent. Dabei gab es durchaus positive Nachrichten.
Auslöser des Ausverkaufs war eine Prognose von Broadcom. Der Chiphersteller meldete zwar ordentliche Quartalszahlen, seine Erwartung für KI-Halbleiter im dritten Quartal blieb mit rund 16 Milliarden Dollar aber unter den Analystenschätzungen von 17,2 Milliarden Dollar. Die enttäuschende „Whisper Number“ weckte Zweifel, ob der aktuelle Investitionszyklus in KI-Infrastruktur wirklich nachhaltig ist. AMD und weitere Branchenkollegen wurden mit nach unten gerissen.
Am Freitag verschärfte ein überraschend starker Arbeitsmarktbericht die Lage. Die US-Wirtschaft schuf im Mai 172.000 neue Stellen – deutlich mehr als die erwarteten 80.000. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,3 Prozent stabil. Die Märkte reagierten mit steigenden Renditen, was vor allem hochbewertete Technologiewerte unter Druck setzte. Ein möglicher Zinsschritt rückte näher.
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Partnerschaft mit Hitachi zielt auf industrielle KI
Trotz der Kursschwäche trieb Intel seine strategische Neuausrichtung voran. Das Unternehmen gab eine weitreichende Zusammenarbeit mit Hitachi bekannt. Die Kooperation umfasst fünf Säulen: Foundry-Tools, Quantencomputing, Energieoptimierung, kundenspezifische Chips und Edge-KI.
Konkret sollen Daten aus Hitachis Mess- und Ätzsystemen in Intels Fertigungsplattformen integriert werden, um die Ausbeute zu verbessern und die Markteinführungszeit zu verkürzen. Hitachis HMAX-Energiedienstleistungen kommen in Intels Fabriken zum Einsatz. Im Gegenzug liefert Intel Hochspannungs-Siliziumchips für Hitachis Stromsysteme. Der Schritt soll Intels KI-Geschäft über Rechenzentren hinaus in die Industrieinfrastruktur tragen.
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Optimismus auf der Computex
Vor dem Freitagseinbruch hatte die Woche noch optimistischere Töne parat. Auf der Computex in Taipeh betonte CEO Lip-Bu Tan eine „Execution-first“-Strategie. Er verwies auf Fortschritte beim Intel 18A-Prozess und die Core-Ultra-Serie 3, die bereits in über 325 Designs verbaut wird.
Auf der BofA-Technologiekonferenz berichtete Finanzvorstand David Zinsner zudem, dass die Ausbeute bei den fortgeschrittenen Fertigungsknoten besser als intern geplant verlaufe. Die Foundry-Sparte bleibe auf Kurs zur operativen Gewinnschwelle.
Technische Lage
Bei 85,80 Euro notiert die Aktie nun 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 114,60 Euro aus dem Mai. Der RSI liegt bei 43,7 Punkten – neutral. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit 87 Prozent extrem hoch. Positiv: Mit einem Jahresplus von 155 Prozent steht 2026 trotz der aktuellen Schwäche weiterhin im Zeichen einer beeindruckenden Erholung.
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