Ein einziger Satz auf Truth Social hat ausgereicht, um Intel-Aktien auf ein Rekordhoch zu katapultieren. US-Präsident Donald Trump erklärte, Apple habe zugestimmt, gemeinsam mit Intel Chips in den USA zu designen und herzustellen — und der Markt reagierte prompt.
Warum der Post so einschlägt
Die Ankündigung trifft einen Nerv, weil sie gleich mehrere Fäden zusammenzieht. Trump hat Intel zur Kernfigur seiner Strategie für heimische Chipfertigung gemacht. Er verwies in seinem Post auch auf Partnerschaften mit Nvidia und Elon Musks TerraFab-Vorhaben — und darauf, dass der Wert der Regierungsbeteiligung an Intel seit der Übernahme der Anteile Anfang 2026 von 10 auf 60 Milliarden Dollar gestiegen sein soll.
Bereits Anfang Mai hatte es laut Medienberichten eine vorläufige Einigung zwischen Intel und Apple zur Chip-Entwicklung gegeben. Die offizielle Bestätigung durch den Präsidenten gibt der Geschichte nun ein anderes Gewicht.
Halbleitersektor im Aufwind
Intel führte am Donnerstag eine breite Halbleiterrally an. Der Philadelphia Semiconductor Index kletterte um 6,5 Prozent auf ein Rekordhoch. Die Aktie selbst legte im Tagesverlauf um rund 8,8 Prozent zu — ebenfalls auf ein Rekordhoch.
Rückenwind kam auch vom makroökonomischen Umfeld: Die USA und Iran unterzeichneten ein Grundsatzabkommen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten. Der Ölpreis fiel daraufhin deutlich, was Inflations- und Zinserwartungen dämpfte und die Risikobereitschaft der Investoren schlagartig erhöhte.
Substanz hinter dem Schlagwort
Die eigentliche Frage ist, ob Trump-Posts zu tragfähigen Aufträgen werden. Intel arbeitet bereits an seinem fortschrittlichsten Fertigungsprozess, dem sogenannten 18A-P-Knoten, und versucht damit, den Rückstand auf TSMC und Samsung in der Auftragsfertigung aufzuholen. Ein Apple-Auftrag wäre strategisch bedeutsam — Apple gehört zu den weltweit anspruchsvollsten Chip-Kunden.
Konkrete Auftragsvolumina oder Zeitpläne nannte Trump in seinem Post nicht. Wie schnell aus der Vereinbarung echte Fertigungsaufträge werden, entscheidet sich in den kommenden Monaten — und dürfte maßgeblich beeinflussen, ob der heutige Kursanstieg Bestand hat.
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