Starke Zahlen, aber der Kurs gibt leicht nach: Intesa Sanpaolo hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet und die Jahresprognose erneut angehoben. An der Börse in Mailand reichte das am Dienstag nicht für Kursgewinne. Die Aktie notierte zeitweise rund 0,5 bis 0,7 Prozent im Minus bei etwa 5,92 Euro.
Zinsen, Provisionen und weniger Vorsorge
Der Konzerngewinn stieg auf 2,65 Milliarden Euro, ein Plus von 11,5 Prozent zum Vorjahresquartal. Die Erträge legten um gut vier Prozent auf rund 6,9 Milliarden Euro zu. Analysten hatten im Schnitt weniger erwartet.
Der Zinsüberschuss wuchs um etwa sechs Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Euro. Die Provisionserlöse zogen mit 5,7 Prozent ähnlich kräftig an.
Zum Gewinnsprung trug auch die Risikovorsorge bei. Die Bank bildete nur noch 13 Millionen Euro an Rückstellungen und Wertberichtigungen, im Vorjahresquartal waren es 35 Millionen. Hinzu kamen sinkende Betriebskosten.
Höhere Prognose, hohe Ausschüttung
Bankchef Carlo Messina hebt das Gewinnziel für 2026 damit ein weiteres Mal an. Der Nettogewinn soll deutlich über zehn Milliarden Euro liegen. Getragen wird das laut Bank von wachsenden Provisions- und Versicherungserträgen, stabilen Kosten und deutlich geringeren Rückstellungen.
Den Zinsüberschuss sieht Intesa 2026 über 15 Milliarden Euro, für 2027 peilt sie einen weiteren deutlichen Anstieg an.
Für Aktionäre ist die Ausschüttungsplanung relevant: Für 2026 plant die Bank eine Quote von 95 Prozent des Gewinns. Davon sollen 75 Prozent als Bardividende fließen und 20 Prozent über Aktienrückkäufe.
MPS-Offerte im Hintergrund
Parallel arbeitet Intesa an der Übernahme des Konkurrenten Banca Monte dei Paschi di Siena, die rund 33 Milliarden Euro schwer ist. Die offizielle Offerte soll nach Marktberichten Ende November veröffentlicht werden. Die Europäische Zentralbank hat dem Vorhaben aufsichtsrechtlich zugestimmt.
MPS-Chef Luigi Lovaglio scheiterte vergangene Woche bei seinen eigenen Aktionären. Er wollte zur Abwehr selbst Angebote für Banco BPM und Banca Generali abgeben. Dafür fand er keine Mehrheit.
Der nächste konkrete Termin ist damit Ende November. Dann dürfte klar werden, mit welchen Konditionen Intesa die MPS-Aktionäre ansprechen will.
Stand heute, 3. November: Intesa Sanpaolo – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Intesa Sanpaolo investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 3. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

