Die InTiCa Systems SE vollzieht in der kommenden Woche ihren angekündigten Rückzug aus dem Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Wie die Gesellschaft gestern mitteilte, sind sämtliche Formalitäten für das Downlisting in das Freiverkehrssegment Scale abgeschlossen. Für Anleger bleibt der Handel mit den Anteilen während des gesamten Übergangs ohne Unterbrechung gewährleistet.

Letzter Handelstag im regulierten Markt festgelegt

Der Fahrplan für den Wechsel steht damit fest: Als letzter Handelstag im regulierten Markt ist der 13. Oktober vorgesehen. Bereits am 14. Oktober wird die Aktie erstmals im Scale-Segment notiert sein. Den entsprechenden Beschluss hatten Vorstand und Aufsichtsrat bereits am 13. August bekanntgegeben, nun folgte der formelle Abschluss der Umstellung.

Mit dem Schritt strebt das Unternehmen vor allem eine spürbare Entlastung bei den laufenden Verpflichtungen an. Die Notierung im Prime Standard verlangt Emittenten umfangreiche Publizitätspflichten und administrative Prozesse ab, die erhebliche Ressourcen binden. Das Freiverkehrssegment Scale soll diese bürokratischen und regulatorischen Aufwände verringern, ohne dass die Gesellschaft den Zugang zum Kapitalmarkt verliert.

Rechtliche Erleichterung durch das Standortförderungsgesetz

Möglich wurde der unkomplizierte Übergang durch veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen. Seit Februar 2026 regelt das Standortförderungsgesetz das Verfahren für einen solchen Segmentwechsel neu. Unternehmen können seither aus dem regulierten Markt in ein qualifiziertes Freiverkehrssegment wie Scale wechseln, ohne dass den Anteilseignern ein kostspieliges Delisting-Erwerbsangebot unterbreitet werden muss.

Für das Unternehmen bringt die Neuregelung erhebliche Erleichterungen mit sich, da der Wechsel ohne Sonderausschüttungen oder Barabfindungsangebote vollzogen werden kann. Dennoch bleiben die Aktien regulär über die Börse Frankfurt handelbar.

Belastungen an die Unternehmensgröße anpassen

Der Schritt reflektiert auch die Verhältnisse auf der Bewertungsseite. Bei einer Marktkapitalisierung von 6,19 Millionen Euro fallen feste Notierungskosten im Prime Standard besonders stark ins Gewicht. Die Aktie ging gestern zu einem Kurs von 1,48 Euro aus dem Handel und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 26 Prozent.

Durch die Anpassung der Börsensegmentierung will das Management künftig Kosten sparen, die Notierung aber für bestehende und künftige Investoren liquide halten.