Das finnische Unternehmen IQM Quantum Computers treibt seine Expansion nach dem Börsengang voran. Gestern bestätigte der Spezialist für Quantenrechner den Verkauf von insgesamt 26 Systemen seit der Firmengründung. Von diesen Einheiten sind bereits 17 ausgeliefert, während sich weitere acht aktuell in der Produktion befinden.
Zu den Einsatzorten zählen renommierte Einrichtungen wie das Oak Ridge National Laboratory in den USA und das italienische Superrechenzentrum CINECA. Die Aktie von IQM Quantum Computers notiert heute bei 8,19 Euro und verzeichnet damit ein Plus von 2,8 Prozent.
Umsatzsprung im ersten Halbjahr
Am Dienstag bekräftigte das Management die Ziele für das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen strebt einen Umsatz zwischen 42 Millionen und 47 Millionen Euro an. Dabei setzt IQM auf ein starkes Schlussquartal, in dem laut Unternehmensangaben der Großteil der Erlöse verbucht werden soll. Auch bei den Auftragseingängen plant das Haus für das laufende Jahr mit einem Volumen zwischen 65 Millionen und 75 Millionen Euro.
Im ersten Halbjahr 2026 belief sich der Umsatz auf 8,9 Millionen Euro, was einer Steigerung von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der operative Verlust weitete sich unterdessen auf 60,5 Millionen Euro aus. Medienberichten zufolge resultiert dieses Defizit primär aus der Skalierung von Forschung und Entwicklung sowie Einmalkosten für das Börsenlisting in Höhe von 9,9 Millionen Euro.
Hoher Auftragsbestand und strategische Kooperationen
Der Auftragsbestand des Unternehmens wuchs bis zum 3. August auf über 102,1 Millionen Euro an. Ein wesentlicher Treiber war ein im Juli gesicherter Vertrag mit CSC über 33,0 Millionen Euro zur Integration eines Quantenrechners in die LUMI AI Factory.
Zur technologischen Erweiterung erwarb das Unternehmen zudem am 1. Juli ausgewählte Vermögenswerte der Quantistry GmbH für 1,9 Millionen Euro, um die Kapazitäten für cloudbasierte Simulationen in der Chemie und Materialwissenschaft zu verbessern.
Strategisch setzt IQM auf Kooperationen mit Branchengrößen wie NVIDIA für die KI-gestützte Parallel-Qubit-Kalibrierung und Hewlett Packard Enterprise (HPE) zur Integration von Supraleitersystemen in die Cray-Hochleistungsrechner-Infrastruktur.
Nach der Fusion mit der Real Asset Acquisition Corp. (RAAQ) und dem anschließenden Dual-Listing an der Nasdaq sowie der Nasdaq Helsinki verfügte IQM Anfang Juli über eine pro-forma Cash-Position von 309,4 Millionen Euro.
Zur Entlastung der Bilanz von Schuldenverpflichtungen zahlte IQM im Juli einen Kredit bei Kreos Capital über 5,0 Millionen Euro vorzeitig und vollständig zurück.
Die Experten von Rothschild & Co haben die Beobachtung des Wertes am 1. August mit einer neutralen Einschätzung und einem Kursziel von 12,88 US-Dollar aufgenommen. Trotz der jüngsten Erholung notiert das Papier mit seinem aktuellen Stand von 8,19 Euro noch rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
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