Das Quantencomputing-Unternehmen IQM Quantum Computers erweitert seine globale Präsenz durch mehrere neue Systembestellungen und Roadmap-Vereinbarungen. Neben dem Markteintritt in Südamerika treibt das Unternehmen Vorhaben in Asien sowie im europäischen Hochleistungsrechenbereich voran. Im gestrigen Handel schloss das Papier mit einem leichten Rückgang von 1,0 Prozent bei 9,20 Euro.

Markteintritt in Südamerika und Folgeauftrag aus Japan

Medienberichten zufolge unterzeichnete IQM am 17. September eine Kaufvereinbarung mit dem Eldorado Research Institute über die Lieferung eines Systems vom Typ IQM Spark. Es handelt sich um den ersten Einsatz eines IQM-Quantencomputers in Südamerika.

Die Installation am Hauptsitz von Eldorado im brasilianischen Campinas ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Vereinbart wurde zudem der Fernzugriff auf das europäische Cloud-System von IQM mit 54 Qubits.

Wenige Tage zuvor baute das Unternehmen seine Geschäftsbeziehungen in Japan aus. Wie IQM mitteilte, erwarb die TOYO Corporation am 15. September ein zweites Full-Stack-System der Reihe IQM Spark. Dieses soll im Forschungs- und Entwicklungszentrum von TOYO im Tokioter Stadtteil Kiba aufgebaut werden. Beide Systeme – das neu georderte Spark-Modell sowie das bereits zuvor erworbene IQM Radiance 20 – sollen Anfang 2027 einsatzbereit sein.

Mehrstufige Roadmap für europäische Hochleistungsrechner

Parallel zu den kommerziellen Systemverkäufen wurde die Technologie des Unternehmens für europäische Forschungsinfrastrukturen ausgewählt. Die LUMI AI Factory entschied sich am 10. September für einen gestaffelten Bereitstellungsplan der Halocene-Architektur von IQM. Vorgesehen ist das Konzept für das über EuroHPC geförderte LUMI-IQ-System am CSC-Standort im finnischen Kajaani.

Der Zeitplan sieht für das Jahr 2027 zunächst die Installation eines Halocene H4 mit 150 physischen Qubits vor. Für 2028 sind Systemupgrades zur Verringerung logischer Fehlerraten sowie zur Fehlerkorrektur in Echtzeit terminiert. Im Jahr 2029 soll der Rollout mit der Installation des Halocene H5 abgeschlossen werden.

An den Märkten sorgten die bestätigten Projekte zuletzt für Unterstützung: Mit dem gestrigen Schlusskurs notiert das Papier um 3,4 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 8,89 Euro.