IQM Quantum Computers hat gestern ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Das Unternehmen plant, bis zu 25.000.000 Anteile zurückzuerwerben. Dieser Schritt folgt auf eine Woche mit bedeutenden Fortschritten im operativen Geschäft und unterstreicht das Bestreben, nach dem Börsengang Anfang Juli die Marktposition zu festigen.
Markteintritt in Japan und HPE-Kooperation
Medienberichten zufolge vollzog die TOYO Corporation am Freitag den Erwerb eines IQM-Quantencomputers. Damit gelang dem Unternehmen der erste Verkauf von Quantenhardware an ein Unternehmen in Japan für den Einsatz in Hochleistungsrechenzentren (HPC).
Parallel dazu wurde am Donnerstag bekannt, dass Hewlett Packard Enterprise (HPE) die Zusammenarbeit mit IQM ausbaut. Gemeinsam mit Intel und Rigetti soll ein hybrides Quanten-Supercomputing-Framework entwickelt werden, das speziell auf industrielle Anwendungen und die nationale Sicherheit ausgerichtet ist.
Bereits Anfang August konnte IQM einen weiteren Erfolg im privaten Sektor vermelden: Das polnische IT-Unternehmen Galaxy Systemy Informatyczne erwarb als weltweit erstes Privatunternehmen eine Radiance-Plattform mit 54 Qubits. Diese kommerziellen Erfolge ergänzen die technologische Kooperation mit NVIDIA.
Hierbei soll die „Halocene“-Quantenplattform mit NVIDIA NVQLink integriert werden, um die Systemkalibrierung durch Künstliche Intelligenz zu optimieren.
Halbjahreszahlen und finanzielle Reichweite
Die finanzielle Bilanz für das erste Halbjahr 2026, die das Unternehmen Anfang August vorlegte, zeigt ein deutliches Wachstum. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 Prozent auf 8,9 Millionen Euro.
Allein das zweite Quartal trug dazu 6,7 Millionen Euro bei. Aufgrund hoher Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Kosten im Rahmen der Börsennotierung verbuchte IQM jedoch einen operativen Verlust von 60,5 Millionen Euro für die ersten sechs Monate.
Trotz des Defizits ist die Liquidität des Unternehmens gesichert. CFO Jan Kuerschner gab bekannt, dass der Barbestand von 309,4 Millionen Euro (Stand: 2. Juli) eine finanzielle Reichweite bis in das zweite Quartal 2028 ermöglicht. Der Auftragsbestand belief sich zum 3. August auf mehr als 102,1 Millionen Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 hält das Management an seiner Umsatzprognose zwischen 42 Millionen und 47 Millionen Euro fest.
Analysteneinschätzung und Kursentwicklung
An der Börse wurde die Aktie am Freitag mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 8,52 Euro gehandelt. Damit notiert der Wert aktuell 21 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 10,82 Euro. Zur Stärkung des Software-Ökosystems trug zudem die Anfang August abgeschlossene Übernahme von Cloud-Assets des Anbieters Quantistry bei, die insbesondere den Bereich der Quantenchemie adressieren.
Die Analysten von Rothschild & Co Redburn hatten die Beobachtung des Wertes Ende Juli aufgenommen. Das Analysehaus stufte das Papier mit „Neutral“ ein und setzte ein Kursziel von 12,88 US-Dollar fest. Der jüngste Beschluss zum Aktienrückkauf sowie die Expansion im asiatischen Markt werden nun zeigen müssen, ob das Unternehmen die gesetzten Wachstumsziele für das zweite Halbjahr erreichen kann.
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