Die Aktie von IQM Quantum Computers war am gestrigen Freitag Schauplatz erhöhter Volatilität und nennenswerter Handelsaktivität. Während das Papier am deutschen Markt den Handel bei 9,31 € mit einem leichten Plus von 0,4 % beendete, rückte das Unternehmen durch die Aufnahme in einen bedeutenden Branchenindex und neue behördliche Einreichungen zur Kapitalstruktur in den Fokus der Anleger.

Neugewichtung im WisdomTree-Fonds

Ein wesentlicher Treiber für die jüngsten Bewegungen war die quartalsweise Neugewichtung des WisdomTree Quantum Computing Fund (WQTM). Wie der Fondsanbieter mitteilte, wurde IQM Quantum Computers im Zuge dieser Anpassung als neuer Bestandteil in das Portfolio aufgenommen.

Solche Aufnahmen in spezialisierte Exchange Traded Funds (ETFs) führen in der Regel zu einer erhöhten Aufmerksamkeit bei institutionellen Investoren und können durch die notwendigen Zukäufe der Fondsmanager für zusätzliche Liquidität im Wertpapierhandel sorgen.

Trotz der positiven Signalwirkung der Index-Aufnahme notiert der Kurs derzeit rund 14 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 16. Juli bei 10,82 € markiert wurde. Marktbeobachter führten die Schwankungen am Freitag auch auf Gewinnmitnahmen nach einer vorangegangenen Rally zurück, die den Sektor insgesamt erfasst hatte.

Kapitalstruktur und geplante Mittelzuflüsse

Parallel zur Marktaufnahme schuf das Unternehmen am Mittwoch durch eine Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC (Form 424B3) Klarheit über künftige Aktienbewegungen. Das Dokument regelt den potenziellen Wiederverkauf von rund 12,5 Millionen Aktien und knapp 3,9 Millionen Optionsscheinen (Warrants) durch PIPE-Investoren und Insider.

Besondere Aufmerksamkeit widmen Anleger der möglichen Ausgabe von weiteren 8,6 Millionen Aktien, die durch die Ausübung öffentlicher Warrants zu einem Preis von 11,50 US-Dollar entstehen könnten.

Sollten diese Optionen vollständig genutzt werden, könnte IQM Quantum Computers daraus Bruttoerlöse von bis zu 99,2 Millionen US-Dollar generieren. Diese Mittel sollen die Liquidität des Unternehmens stärken, das nach der vor rund zwei Monaten erfolgten Fusion mit einer Mantelgesellschaft (SPAC) seine Kapitalbasis festigt.

Operative Meilensteine und Ausblick

Auf operativer Ebene setzt das Unternehmen seine internationale Expansion fort. Am 21. August gab der japanische Elektronikspezialist Toyo Technica den Kauf eines „IQM Radiance 20“-Systems bekannt. Das supraleitende 20-Qubit-System soll an einem Forschungszentrum für Quanten-KI in Japan installiert werden, wobei die Auslieferung noch vor Ende dieses Jahres geplant ist.

Dieser Auftrag unterstützt die Erreichung der Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026. Die Geschäftsführung geht von Erlösen zwischen 42 Millionen Euro und 47 Millionen Euro aus.

Ein erheblicher Teil dieses Umsatzes wird im vierten Quartal erwartet, da wichtige Meilensteine bei Systemauslieferungen und Abnahmen erst in den letzten Monaten des Jahres anstehen. Dazu gehört insbesondere die geplante Bereitstellung des ersten 150-Qubit-Systems in der zweiten Jahreshälfte.

Medienberichten zufolge liegt der Konsens der Analysten für das Kursziel der Aktie aktuell bei 9,85 US-Dollar, basierend auf Einschätzungen vom 22. August. Experten verweisen dabei auf den beachtlichen Auftragsbestand, der bereits Anfang August mit 102,1 Millionen Euro beziffert wurde, mahnen jedoch aufgrund der laufenden Investitionsphase zur Vorsicht bei der Bewertung.