Anthropic sucht einen Partner für ein gewaltiges Rechenzentrum in Australien. Der KI-Infrastrukturanbieter IREN steht in der Endauswahl. Die Nachricht trieb den Kurs am Montag zunächst zweistellig nach oben. Die Euphorie verflog jedoch schnell. Ein Konkurrent schnappte sich bereits einen festen Deal.
Harter Kampf um den KI-Giganten
Das KI-Startup Anthropic plant den Bau von 1,4 Gigawatt Kapazität. Das Investitionsvolumen liegt zwischen 12 und 15 Milliarden US-Dollar. IREN gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Großprojekt.
Parallel dazu machte der Wettbewerber TeraWulf Nägel mit Köpfen. Das Unternehmen meldete einen bestätigten 20-Jahres-Mietvertrag mit Anthropic für einen Standort in Kentucky. Dieser Deal soll vertraglich gesicherte Einnahmen von 19 Milliarden US-Dollar einbringen.
Das drückt auf die Stimmung. Die Aktie schloss am Dienstag bei 34,94 Euro. Damit verzeichnet das Papier einen Monatsverlust von knapp 32 Prozent. Mit einem RSI von 35,2 nähert sich der Titel dem überverkauften Bereich.
Vom Krypto-Miner zum Cloud-Anbieter
Trotz der hohen Volatilität wittern Experten eine Chance. Analyst Paul Meeks von Freedom Broker stufte IREN auf „Kaufen“ hoch. Er rief ein Kursziel von 58 US-Dollar aus.
Meeks lobt den Umbau des Konzerns vom reinen Bitcoin-Miner zum KI-Cloud-Provider. IREN baut seine Kapazitäten massiv aus. Bis Ende 2026 will das Unternehmen 150.000 Grafikprozessoren betreiben.
Diese Skalierung verspricht enormes Wachstum. Der Umsatz soll von geschätzten 717 Millionen US-Dollar im laufenden Turnus deutlich wachsen. Für 2027 erwartet der Analyst bereits Erlöse von 3,8 Milliarden US-Dollar.
Die Lücke im Zeitplan
Das Anthropic-Projekt in Australien hat allerdings einen engen Zeitrahmen. Das Startup benötigt riesige Kapazitäten bis Ende 2027. Hier liegt das Hauptproblem für IREN.
Das wichtigste australische Projekt des Unternehmens entsteht in Bundey. Der 800-Megawatt-Standort soll aber erst 2028 den ersten Strom liefern. IREN muss diese Lücke überbrücken. Dafür setzt der Konzern auf seine gesicherte Fünf-Gigawatt-Pipeline.
Auch die jüngsten Geschäftszahlen lieferten ein gemischtes Bild. Im dritten Quartal verbuchte IREN einen Umsatz von knapp 145 Millionen US-Dollar. Unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 248 Millionen US-Dollar. Damit verfehlte das Management einige Markterwartungen.
Die Aufnahme in den Russell-Index Ende Juni brachte IREN mehr institutionelle Aufmerksamkeit. Nun blicken Marktteilnehmer auf den 27. August. Dann präsentiert das Unternehmen seine nächsten Quartalszahlen. Besonderes Augenmerk liegt auf der neuen KI-Cloud-Sparte. Diese lieferte zuletzt einen Quartalsumsatz von 33,6 Millionen US-Dollar. Liefert das Management hier starkes Wachstum, rückt die Lücke im Bauplan etwas in den Hintergrund.
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