Der weltgrößte Aktien-ETF markiert neue Bestmarken. Am Montag schloss der iShares Core MSCI World auf einem Rekordhoch von 117,10 Euro. Das entspricht einem Jahresplus von rund 26 Prozent. Hinter dieser starken Fassade brauen sich allerdings zwei handfeste Risiken zusammen.

Zinspolitik und ein nahender Führungswechsel

Die US-Notenbank berät heute und morgen über den Leitzins. Der Markt erwartet keine Änderung. Die Inflation stieg zuletzt wieder auf 3,3 Prozent. Parallel dazu wuchs der Arbeitsmarkt stärker als erwartet. Für den ETF ist die Fed-Rhetorik entscheidend. Immerhin machen US-Aktien rund 70 Prozent des Portfolios aus.

Ein besonderes Detail prägt das aktuelle Treffen. Jerome Powell leitet seine vorletzte Pressekonferenz als Fed-Chef. Seine Amtszeit endet im Mai 2026. US-Präsident Trump hat bereits Kevin Warsh als Nachfolger nominiert. Die Finanzmärkte analysieren daher jedes Wort. Sie suchen nach Hinweisen auf den künftigen geldpolitischen Kurs.

Zölle belasten den Gesundheitssektor

Abseits der Geldpolitik greift die US-Handelspolitik in die Struktur des Fonds ein. Die US-Regierung hat drastische Zölle auf patentierte Medikamente beschlossen. Ab Ende Juli greifen diese Maßnahmen für große Pharmakonzerne. Für europäische Hersteller gilt ein reduzierter Satz von 15 Prozent. Das trifft den ETF direkt.

Gesundheitsaktien machen ein Zehntel des gesamten Portfolios aus. Europäische Pharmafirmen geraten nun von zwei Seiten unter Druck. Die US-Zölle verteuern den Export. Im gleichen Schritt wächst die Konkurrenz durch Chinas aufstrebende Biotech-Branche. Die Folge: Investitionskapital wandert zunehmend aus Europa ab.

Preiskampf bei den Gebühren

Auf Produktebene muss sich der iShares-Fonds gegen aggressive Konkurrenz wehren. Mit einem verwalteten Vermögen von über 115 Milliarden Euro ist er der Branchenprimus. Die jährliche Gebühr liegt bei 0,20 Prozent. Konkurrent Invesco senkte die Kosten für seinen vergleichbaren ETF im April auf lediglich 0,05 Prozent.

Bislang bleiben nennenswerte Mittelabflüsse aus. Große institutionelle Adressen wie die Royal Bank of Canada stockten ihre Positionen zuletzt sogar auf. Kurzfristig rückt nun der Mittwoch in den Fokus. Die Aussagen der Notenbank am Abend definieren die Richtung für die kommenden Handelswochen.