Anleger im Bereich der erneuerbaren Energien sahen sich am Freitag mit deutlichem Verkaufsdruck konfrontiert. Der iShares Global Clean Energy ETF verzeichnete am Freitag einen Rückgang von 2,0 % und schloss bei 17,48 USD. Auslöser für die negative Stimmung im Sektor waren Signale aus der US-Notenbank, die die Erwartungen an die künftige Zinspolitik massiv verschoben haben.
Hawkish-Signale aus Jackson Hole
Der Hauptgrund für die jüngste Kursbewegung liegt in der Rede von Fed-Präsident Kevin Warsh beim Notenbank-Symposium in Jackson Hole am Freitag. In seinem Auftritt, der mit seinem 100. Tag im Amt zusammenfiel, schlug Warsh einen deutlich restriktiveren Ton an, als dies noch bei seiner Pressekonferenz im Juli der Fall war. Laut Medienberichten werteten Marktbeobachter seine Aussagen als klaren „hawkish shift“.
Besonders schwer wog dabei sein Bekenntnis zum Inflationsziel der Federal Reserve. Warsh bezeichnete das PCE-Inflationsziel von 2 % als „festes, fixiertes Ziel“ und warnte davor, dass eine hartnäckige Teuerung die Notenbank zu weiteren Zinserhöhungen zwingen könnte.
Laut Berichten von CNBC und NPR hat diese Rhetorik die Marktstimmung unmittelbar gedreht. Während die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September vor der Rede noch auf etwa 35 % geschätzt wurde, stieg sie nach den Äußerungen am Freitag auf fast 60 % an.
Druck auf zinssensitive Wachstumssektoren
Für den Sektor der sauberen Energien sind steigende Zinsen eine erhebliche Belastung. In Finanzkreisen werden entsprechende Titel oft als „Long-Duration“-Werte eingestuft, die besonders empfindlich reagieren, wenn die Wahrscheinlichkeit für Zinsschritte nach oben klettert. Dies liegt vor allem an den hohen Vorabinvestitionen, die für Projekte im Bereich Wind, Solar und Infrastruktur notwendig sind und deren Rentabilität bei steigenden Kapitalkosten sinkt.
Der Abwärtsdruck zeigte sich am Freitag marktbreit: Während der iShares Global Clean Energy ETF nachgab, verzeichnete der Invesco WilderHill Clean Energy ETF (PBW) sogar ein Minus von 2,6 %. Die aktuelle Verunsicherung spiegelt sich auch in den technischen Indikatoren wider.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) für den iShares Global Clean Energy ETF liegt derzeit bei einem Wert von 40,1, was auf eine nachlassende Dynamik hindeutet, aber noch nicht im extrem überverkauften Bereich liegt.
Portfolio-Struktur und bisherige Jahresperformance
Trotz der aktuellen Volatilität blickt der ETF auf eine starke erste Jahreshälfte zurück. Bis Juni 2026 konnte der iShares Global Clean Energy ETF im laufenden Jahr ein Plus von etwa 27 % erzielen. Damit lag er nur knapp hinter vergleichbaren Produkten wie dem TAN (plus 28 %) oder dem PBW (plus 31 %).
Der ETF bildet den S&P Global Clean Energy Transition Index ab und bietet Zugang zu Unternehmen aus 22 Ländern bei einer Gesamtkostenquote von 0,39 %.
Zu den wichtigsten Positionen im Portfolio gehören Unternehmen wie First Solar, Enphase Energy, Iberdrola, Vestas und Orsted sowie verschiedene US-Versorger. Die Zusammensetzung der Bestände wurde von BlackRock zuletzt mit Stand Ende Juli bestätigt.
Für Anleger bleibt die Zinsentwicklung der entscheidende Faktor für die kommenden Wochen, da die Finanzierungskosten für die im ETF enthaltenen Unternehmen direkt mit der Strategie der Federal Reserve verknüpft sind. Die gestiegenen Erwartungen an eine Straffung im September stellen somit eine neue Hürde für die Fortsetzung des bisherigen Aufwärtstrends dar.
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