Der iShares MSCI EM Latin America ETF markiert heute seinen Dividendentermin. Die halbjährliche Ausschüttung rückt die Bewertung der Region in den Fokus. Und die fällt gemessen am Kursniveau vergleichsweise moderat aus.

Der Fonds weist eine Dividendenrendite von 3,35 Prozent auf. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des zugrunde liegenden Portfolios liegt bei 10,22. Damit sind lateinamerikanische Blue Chips günstiger bewertet als viele andere Schwellenländerregionen.

Trotz einer starken Jahresbilanz zeigt der ETF zuletzt Schwäche. Aktuell notiert der Fonds bei 18,02 Euro – ein Minus von 2,20 Prozent an diesem Donnerstag. Seit dem 52-Wochen-Hoch im April bei 19,87 Euro fehlen rund neun Prozent. Der RSI von 43,2 signalisiert eine neutrale bis leicht pessimistische Stimmung.

Starke Erholung, dann Gegenwind

Die Jahresbilanz 2026 bleibt positiv. Seit Januar legte der ETF um 14,41 Prozent zu, auf Sicht von zwölf Monaten sogar um 34,80 Prozent. Doch die vergangenen 30 Tage zeigen ein anderes Bild: Der Fonds verlor rund sieben Prozent, die 30-Tage-Volatilität liegt bei annualisierten 17,30 Prozent.

Der 50-Tage-Durchschnitt von 18,76 Euro ist unterschritten. Das deutet auf eine laufende Konsolidierung hin.

Brasilien und Mexiko dominieren das Portfolio

Der ETF bildet den MSCI Emerging Markets Latin America 10/40 Index ab. Die größten Einzelpositionen: der iShares MSCI Brazil ETF mit 7,99 Prozent, der Rohstoffkonzern Vale mit 5,81 Prozent und die Digitalbank Nu Holdings mit 4,82 Prozent.

Die Gesamtkostenquote von 0,20 Prozent pro Jahr macht den Fonds zu einer kosteneffizienten Option. Das verwaltete Vermögen beträgt rund 2,27 Milliarden US-Dollar.

Für Anleger bleibt die Dividendenrendite der zentrale Anreiz. Sie liegt mit 3,35 Prozent deutlich über dem Durchschnitt europäischer oder US-amerikanischer Indizes. Ob die jüngste Kurskorrektur eine Kaufgelegenheit bietet oder sich fortsetzt, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Rohstoffpreise und der Währungen in Brasilien und Mexiko ab.