Steigende Anleiherenditen hatten die globalen Aktienmärkte tagelang unter Druck gesetzt. Am Mittwoch drehte das Bild abrupt. Der iShares MSCI World ETF gewann 0,2 Prozent und schloss bei 209,22 Dollar — nur noch 1,3 Prozent unter seinem Jahreshoch von 212,08 Dollar aus dem Juni.

Auslöser der Kehrtwende: eine Ankündigung des US-Finanzministeriums.

Rückkauf-Plan bremst die Rendite-Rally

Das Finanzministerium teilte mit, es werde den Umfang seiner Staatsanleihe-Rückkäufe mehr als verdoppeln. Die Renditen fielen daraufhin deutlich. Die Nachricht löste eine breite Risikofreude an den Märkten aus. Kryptowährungen zogen an, und auch die drei großen US-Aktienindizes starteten mit Gewinnen in den Handelstag.

Zuvor hatte ein schwieriger Wochenverlauf die Anleger belastet. Der S&P 500 war gefallen, weil Staatsanleiherenditen auf Mehrjahrzehnte-Hochs gestiegen waren. Sorgen um anhaltende Inflation und hohe Ölpreise verstärkten den Druck zusätzlich.

Anleihestrategen machten mehrere Faktoren für den Renditeanstieg verantwortlich. Dazu zählten wachsende Sorgen um ein Haushaltsdefizit, das den Wert von 2025 übertreffen dürfte, eine Inflation, die hartnäckig über dem Zwei-Prozent-Ziel der Federal Reserve liegt, sowie eine Welle an Unternehmensanleihen, die mit Staatspapieren um Investorengelder konkurrierten.

Hinzu kam ein unerwartet restriktiver Ton der Fed. Das Protokoll der Juli-Sitzung zeigte: Die Notenbank hält weitere Zinserhöhungen für nötig, sollte sich die Inflation nicht abkühlen. Im Wortlaut heißt es, viele Teilnehmer hätten eine straffere Geldpolitik für wahrscheinlich notwendig gehalten, falls die Inflation nicht zurückgehe.

Der Dollar als Unsicherheitsfaktor

Für global aufgestellte Fonds wie diesen spielt auch die Dollar-Entwicklung eine wachsende Rolle. Steigende Haushaltsrisiken, schwächere Konjunkturdaten und Unsicherheit über den Fed-Kurs könnten den Dollar trotz jüngster Stärke unter Druck setzen. Strategen weisen darauf hin: Höhere Anleiherenditen stützen die US-Währung nicht automatisch — vor allem dann nicht, wenn Investoren den Anstieg auf fiskalische Risiken oder anhaltende Inflation zurückführen statt auf stärkeres Wachstum oder eine straffere Fed-Politik.

Chartbild bleibt intakt

Trotz der jüngsten Turbulenzen zeigt der langfristige Trend weiter nach oben. Der Fonds notiert 8,5 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 192,91 Dollar — ein Zeichen für die breite Rally der vergangenen zwölf Monate, die den ETF um 21 Prozent nach oben trieb. Der jüngste Rücksetzer von 1,1 Prozent auf Sicht von sieben Tagen wirkt vor diesem Hintergrund wie eine kurze Verschnaufpause, kein Trendbruch.

Die Volatilität an den Märkten insgesamt zieht dennoch an. Der Volatilitätsindex Cboe VIX kletterte um weitere 3,75 Prozent binnen einer Handelssitzung, nachdem er in der Vorwoche noch auf einem Jahrestief gelegen hatte. Das deutet auf steigende Absicherungsnachfrage hin — mit Blick auf den September, saisonal einer der schwächsten Börsenmonate.

Kleinwerte zeigten ein ähnliches Muster. Der Russell 2000 markierte Anfang August noch ein Rekordhoch von über 3.060 Punkten, bevor auch dort der Renditeschock für einen Rücksetzer sorgte.

Die vergangene Woche hat gezeigt, wie empfindlich selbst ein breit diversifiziertes Portfolio auf US-Fiskalpolitik, Anleihemärkte und Fed-Kommunikation reagiert. Diese Einflussfaktoren dürften den Fonds auch durch den historisch schwierigen Spätsommer begleiten.