Während Technologiewerte die globalen Aktienmärkte am Freitag belasteten, flossen dem iShares MSCI World ETF weiterhin Gelder zu. Der ETF, der die Wertentwicklung des MSCI World Index abbildet, schloss am Freitag bei 206,34 US-Dollar und verlor auf Tagessicht 0,9 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 1,3 Prozent zu Buche, während sich der Fonds über 30 Tage noch mit einem Plus von 0,8 Prozent behauptet.

Der Kursrückgang fällt in eine Phase, in der die großen US-Technologie- und Halbleiterwerte unter Druck geraten sind. Laut Reuters führte eine von Sorgen um steigende Zinsen und schuldenfinanzierte KI-Investitionen ausgelöste Verkaufswelle am Freitag zu einem breiten Rückgang globaler Aktien.

Einzelne Technologiewerte traf es besonders hart: Micron Technology verlor laut Berichten der Nachrichtenagentur AP 5,6 Prozent, Intel 5,8 Prozent, während der Nasdaq an diesem Handelstag um 2,1 Prozent nachgab.

Zinssorgen als Belastungsfaktor

Befeuert wurde die Nervosität durch Daten zur US-Inflation, die laut AP im September auf 3,7 Prozent beschleunigte. Die Entwicklung nährte Spekulationen über weitere Zinsschritte der Federal Reserve und trieb die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben – ein Umfeld, das besonders kapitalintensive Technologiewerte unter Druck setzt. Hinzu kam laut Reuters eine Gewinnmeldung von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, die trotz Rekordgewinnen vor „makroökonomischen Unsicherheiten“ warnte und damit die Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-Investitionswelle verstärkte.

Für breit gestreute Indexfonds wie den iShares MSCI World ETF bedeutet dies vor allem eines: Die Konzentration großer Technologiekonzerne im Index macht ihn anfällig für Stimmungsschwankungen in diesem Sektor, auch wenn der Fonds selbst weltweit diversifiziert investiert.

Anleger kaufen trotz Unsicherheit zu

Bemerkenswert ist, dass die Verkaufswelle bei Technologieaktien globale Aktienfonds insgesamt nicht von Zukäufen abhielt. Reuters berichtete, dass globale Aktienfonds in der Woche bis zum 14. Oktober netto 20,01 Milliarden US-Dollar einsammelten – die vierte Woche in Folge mit Zuflüssen.

Begründet wurde dies mit nachlassenden Renditen bei US-Staatsanleihen und Optimismus über die Unternehmensgewinne. Innerhalb dieser Gesamtbewegung flossen US-amerikanischen Aktienfonds rund 13 Milliarden US-Dollar zu, asiatischen Fonds 2,93 Milliarden und europäischen 1,5 Milliarden US-Dollar.

Sektorfonds hingegen verzeichneten Nettoabflüsse von 6,14 Milliarden US-Dollar, davon allein 4,75 Milliarden aus Technologiefonds – ein Hinweis darauf, dass Anleger eher breit gestreute Produkte bevorzugten als gezielte Technologiewetten.

Für den iShares MSCI World ETF selbst meldete das Portal ETF Daily einen Netto-Mittelzufluss von 431 Millionen US-Dollar über einen Monat, Stand 16. Oktober. Das passt ins Bild einer insgesamt robusten Nachfrage nach breit diversifizierten Aktien-ETFs.

BlackRock bezifferte die Zuflüsse in US-gelistete ETFs insgesamt auf über 1,5 Billionen US-Dollar bis September – ein Wert, der bereits das gesamte Rekordjahr 2025 erreicht. Zugleich wies der Vermögensverwalter darauf hin, dass Wachstums-ETFs im September erstmals seit über zwei Jahren monatliche Abflüsse verzeichneten, während die Nachfrage insgesamt selektiver geworden sei.

Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 10 Prozent und einem RSI von 44,6 signalisiert der Fonds derzeit weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen – ein Markt, der die jüngsten Technologiesorgen verdaut, ohne in Panik zu verfallen.