Der iShares MSCI World ETF verzeichnet weiterhin steigendes Anlegerinteresse, obwohl der breite Aktienmarkt zuletzt an Schwung verloren hat. Der Indexanbieter iShares meldete für den ETF mit dem Kürzel URTH seit Jahresbeginn bis zum 21. August Nettozuflüsse von 520 Millionen US-Dollar.

Auch die europäische Schwesterversion, der iShares Core MSCI World UCITS ETF (IWDA), zog in der Woche bis zum 17. August laut Angaben aus der Fondsbranche 371,4 Millionen Euro an frischem Kapital an – ein Teil der insgesamt 1,61 Milliarden Euro, die weltweit in „World ETFs“ flossen.

Die anhaltenden Zuflüsse fallen in eine Phase, in der der Kurs des ETF unter Druck geraten ist. Nach der MSCI-Indexüberprüfung vor gut einer Woche und schwachen US-Arbeitsmarktdaten vor rund zwei Wochen hat das Papier auf Wochensicht 1,0 Prozent verloren.

Zum Handelsschluss am Freitag notierte der ETF bei 209,07 US-Dollar, nach einem Tagesplus von 0,6 Prozent. Damit bleibt der Fonds nur 1,4 Prozent von seinem 52-Wochen-Hoch entfernt – ein Zeichen dafür, dass Anleger den jüngsten Rücksetzer offenbar als Kaufgelegenheit werten statt als Trendwende.

Schwergewichte im Fokus der Analysten

Die im ETF hoch gewichteten Technologiewerte sorgten zuletzt für widersprüchliche Signale. Am Freitag hob BMO Capital die Coverage für Nvidia mit der Einstufung „Outperform“ und einem Kursziel von 340 US-Dollar auf. Zeitgleich bekräftigte J.P. Morgan seine „Buy“-Einstufung für Nvidia und erhöhte das Kursziel von 265 auf 280 US-Dollar.

Bei Microsoft zeichnet sich dagegen ein vorsichtigerer Ton ab: Mizuho senkte das Kursziel für den Softwarekonzern auf 490 US-Dollar, hält aber an einer optimistischen Einstufung fest. Bei Apple bleibt das Bild gespalten – Rothschild & Co. Redburn stufte die Aktie am 19. August auf „Buy“ hoch und verwies auf das Potenzial als „AI Gatekeeper“, nachdem Jefferies das Papier zuvor auf „Underperform“ zurückgestuft hatte.

Strukturelle Rückenwind-Faktoren

Die Fondsgesellschaft BlackRock, die den ETF verwaltet, treibt parallel ihre Produktpalette voran. Das US-Finanzministerium wählte zwei BlackRock-Fonds, den iShares Core S&P 500 ETF und den iShares Core S&P Total U.S. Stock Market ETF, für die staatliche Sparinitiative „Trump Accounts“ aus – ein Vertrauensbeweis für die Produktfamilie, auch wenn der MSCI World ETF selbst nicht direkt betroffen ist. Zudem kündigte BlackRock die Einführung des iShares Nasdaq 100 ETF mit einer bis Juli 2027 reduzierten Kostenquote von 0,10 Prozent an.

Für die grundsätzliche Marktstimmung liefert die britische Großbank HSBC einen Anhaltspunkt: In einer globalen Aktienstrategie-Einschätzung Anfang August bezeichnete sich das Institut als „komfortabel bullish“ gegenüber Aktien weltweit und nannte den iShares MSCI World ETF explizit als bevorzugtes Vehikel für ein übergewichtetes US-Engagement.

Der ETF selbst notiert derzeit rund 2,4 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, was auf einen intakten kurzfristigen Aufwärtstrend hindeutet, auch wenn die Volatilität mit 12 Prozent auf 30-Tage-Basis moderat bleibt. Ein automatisierter Quant-Dienst bewertete den Fonds jüngst mit einem Score von 64 von 100 Punkten.

Insgesamt zeigt sich: Trotz punktueller Belastungsfaktoren wie schwacher Arbeitsmarktdaten und der jüngsten Indexrevision bleibt das Grundvertrauen der Anleger in den breit gestreuten Weltaktienindex-Fonds ungebrochen – die anhaltenden Mittelzuflüsse sprechen eine deutliche Sprache.