Während globale Aktienfonds in der vergangenen Woche so viele Mittel anzogen wie seit Wochen nicht mehr, kämpft der iShares MSCI World ETF mit den Nachwirkungen eines technologiegetriebenen Ausverkaufs. Der Fonds, der die Wertentwicklung des MSCI World Index abbildet, zeigt damit ein Bild zwischen anhaltendem Anlegerinteresse und schwacher Kursentwicklung.
Kapital fließt weiter, der Kurs fällt dennoch
Nach Daten, die aus den Beständen des Fonds abgeleitet wurden, verzeichnete der ETF am 4. November Nettozuflüsse von 413 Millionen US-Dollar, über fünf Handelstage summierten sich die Zuflüsse auf 685 Millionen US-Dollar.
Parallel dazu wurden für denselben Tag Bruttokäufe von 306,7 Millionen US-Dollar ohne gegenläufige Verkäufe gemeldet – sämtliche 533 erfassten Positionsänderungen im Portfolio waren demnach Aufstockungen. Das beschreibt jedoch den Handel innerhalb des Fondsportfolios, nicht die Zeichnungen oder Rückgaben von Anlegern.
Diese Zuflüsse fügen sich in ein breiteres Bild: Laut Reuters flossen globalen Aktienfonds in der Woche bis zum 4. November insgesamt 38,63 Milliarden US-Dollar zu, der größte Wochenzufluss seit Ende September.
Auf US-Aktienfonds entfielen davon 14,81 Milliarden US-Dollar, auf europäische Aktienfonds 13,25 Milliarden US-Dollar und auf asiatische Aktienfonds 8,34 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen beziehen sich auf die gesamte Fondskategorie und nicht gezielt auf den iShares MSCI World ETF, zeigen aber, dass Anleger trotz der Marktturbulenzen nicht in größerem Stil aus Aktien flüchteten.
Technologiewerte belasten den Gesamtmarkt
Der Hintergrund für die schwache Kursentwicklung liegt in einem Ausverkauf bei Technologiewerten. Reuters berichtete, dass der MSCI All-Country World Index am Mittwoch um 2,5 Prozent fiel, nachdem Halbleiterwerte im Zuge enttäuschender Zahlen von Qualcomm und Sorgen über eine mögliche Bremsung von KI-Infrastrukturinvestitionen durch einen demokratisch kontrollierten US-Kongress unter Druck gerieten. Am gestrigen Freitag setzte sich die Schwäche fort, der Index gab laut Reuters um weitere 0,52 Prozent nach.
Für den iShares MSCI World ETF selbst zeigt sich das Bild gemischt: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 199,67 US-Dollar, nahezu unverändert zum Vortag.
Auf Wochensicht steht jedoch ein Minus von 2,4 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 4,3 Prozent. Damit notiert der Fonds rund 5,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 211,94 US-Dollar, das er am 13. August erreicht hatte.
Gegensätzliche Kräfte am Markt
Bemerkenswert ist der Kontrast zwischen den jüngsten Verlusten und einer kurzen Erholungsphase Anfang der Woche: Reuters berichtete, dass US-Technologiewerte nach den demokratischen Wahlsiegen zunächst zulegten, da Anleger darauf setzten, strengere Auflagen für den Bau von Rechenzentren könnten den Ausgabendruck im KI-Sektor mindern und etablierten Technologiekonzernen zugutekommen.
Amazon-Aktien stiegen demnach um 7,4 Prozent, Meta Platforms, Alphabet und Microsoft zwischen 2 und 6,3 Prozent. Diese Erholung erwies sich jedoch als kurzlebig, da die Sorgen über langfristige Auswirkungen auf die KI-Branche schon wenige Tage später wieder die Oberhand gewannen.
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt der Fonds auf Jahressicht mit 8,2 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht beträgt das Plus 10 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vor rund einem Jahr. Mit einem RSI von 35 nähert sich der Indikator einer technisch überverkauften Zone, was auf eine mögliche Stabilisierung hindeuten könnte, auch wenn dies keine Garantie für den weiteren Kursverlauf darstellt.
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