Der iShares MSCI World ETF klettert auf 201,54 US-Dollar. Ein kräftiger Kursaufschwung an der Wall Street zieht den weltweiten Index direkt mit nach oben. Das globale Etikett täuscht. Die Entwicklung hängt massiv von amerikanischen Tech-Giganten ab.

Amerikas Gewicht im Portfolio

Am 11. Juni erlebten US-Aktien eine breite Rallye. Der Nasdaq Composite sprang um 2,5 Prozent an. Parallel dazu stieg der S&P 500 um 1,8 Prozent. Entspannte Geopolitik im Iran-Konflikt und sinkende Ölpreise befeuerten die Kauflaune.

Diese US-Stärke schlägt voll auf den MSCI World ETF durch. Die Vereinigten Staaten machen 72,27 Prozent des gesamten Marktwertes aus. Mit weitem Abstand folgen Japan und Großbritannien. Japan kommt auf knapp sechs Prozent Gewichtung.

Tech-Riesen als Kurstreiber

Der Informationstechnologie-Sektor dominiert das Portfolio. Er steht für fast 30 Prozent des Fondsvolumens. Finanzwerte und Industrieaktien folgen mit rund 15 und 11 Prozent. Kein Wunder. Die jüngste Erholung trugen vor allem Halbleiter- und Softwarekonzerne.

Nvidia bildet mit 5,38 Prozent die größte Einzelposition. Die Aktie legte zuletzt deutlich auf 204,87 US-Dollar zu. Auch Apple und Amazon verzeichneten kräftige Gewinne. Einzig Microsoft tanzte aus der Reihe und verlor an Wert.

Konkurrenz im globalen Vergleich

Der MSCI World ETF konzentriert sich ausschließlich auf Industrienationen. Schwellenländer bleiben außen vor. Andere globale Fonds wählen einen breiteren Ansatz. Der iShares MSCI ACWI ETF schließt aufstrebende Märkte explizit mit ein.

Auch der Vanguard Total World Stock ETF bietet ein umfassenderes Welt-Portfolio. Er kostet Anleger lediglich 0,06 Prozent Gebühren pro Jahr. Der MSCI World positioniert sich genau zwischen diesen Extremen. Er meidet Schwellenländer, gewichtet dafür aber US-Megacaps extrem hoch.

Die aktuelle Marktbewegung unterstreicht das Profil des Fonds. Der ETF profitiert direkt von der amerikanischen Technologie-Führerschaft. Solange die Wall Street den Takt vorgibt, bleibt der MSCI World ein verkapptes US-Investment. Eine echte globale Streuung sieht anders aus.