Der iShares MSCI World ETF steckt einen Rücksetzer weg, während gleich zwei strukturelle Neuerungen die Anleger beschäftigen. Der Fonds schloss gestern bei 207,83 US-Dollar, ein Minus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 1,6 Prozent zu Buche – ein moderater Dämpfer nach einer Phase mit stabilem Aufwärtstrend.

SanDisk, Carpenter Technology und ATI rücken auf

MSCI Inc. hat die Ergebnisse der Index-Überprüfung für den MSCI World Index für August veröffentlicht. Als größte Neuaufnahmen nach Marktkapitalisierung nannte das Unternehmen SanDisk, Carpenter Technology und ATI, allesamt US-Titel. Die Änderungen greifen zum Handelsschluss am 31. August.

Parallel dazu entfernt MSCI zum gleichen Termin GoTo Gojek Tokopedia aus Indonesien sowie das singapurische Unternehmen Sembcorp Industries aus dem MSCI Global Standard Index, der dem World Index als Grundlage dient. Als Begründung nannte MSCI Liquiditätsprobleme und Verschiebungen bei der Marktkapitalisierung.

Für Anleger im ETF bedeuten solche Umschichtungen zunächst keine grundlegende Neuausrichtung des Portfolios. Die Spitzenpositionen bleiben von den Anpassungen unberührt: Zuletzt führten NVIDIA mit 5,58 Prozent, Apple mit 4,81 Prozent, Alphabet mit 3,87 Prozent, Microsoft mit 3,76 Prozent und Amazon.com mit 2,76 Prozent die Gewichtungsliste an. Die Konzentration auf einige wenige Technologiekonzerne bleibt damit ein bestimmendes Merkmal des Fonds.

MSCI denkt über Ausschluss von „Nicht-operativen“ Unternehmen nach

Deutlich weitreichender könnte eine Konsultation wirken, die MSCI Inc. am 15. August eröffnet hat. Geprüft wird, ob sogenannte „nicht-operative Unternehmen“ – Firmen, deren Bilanzstruktur eher der eines Anlagevehikels als eines operativen Geschäftsbetriebs ähnelt – künftig aus den globalen Indizes ausgeschlossen werden.

Eine Simulation auf Basis von Daten aus dem Mai deutete auf mögliche Streichungen im November hin, darunter Strategy, Metaplanet und Yellow Cake. Sollte die Konsultation zu einer Regeländerung führen, wären die Auswirkungen auf die Zusammensetzung des MSCI World Index über Jahre spürbar, auch wenn die genannten Kandidaten im Fonds selbst keine große Gewichtsrolle spielen dürften.

Zuflüsse trotz Kursdelle

Trotz der jüngsten Kursschwäche bleibt das Anlegerinteresse an globalen Aktienstrategien hoch. Für die Woche bis zum 17. August meldete iShares weltweit Netto-Zuflüsse von 5,07 Milliarden Euro, wobei allein das europäische Pendant des Fonds, der iShares Core MSCI World UCITS ETF, 371,4 Millionen Euro an neuen Mitteln einsammelte.

Für den US-notierten ETF selbst wies ein Datenanbieter zum 14. August einen Anstieg des Nettovermögens von 1,25 Millionen US-Dollar über fünf Handelstage sowie von 7,23 Millionen US-Dollar über einen Monat aus – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Rücksetzer bislang keine nennenswerten Mittelabflüsse ausgelöst hat.

Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Fonds weiterhin deutlich im Plus, mit einem Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem Stand vor rund einem Jahr. Die anstehenden Indexanpassungen zum Monatsende dürften daran wenig ändern – sie verschieben Gewichte innerhalb eines ohnehin breit gestreuten Portfolios, ohne die grundlegende Ausrichtung des Fonds infrage zu stellen.

Entscheidender für die weitere Kursentwicklung dürfte sein, wie der Markt auf die MSCI-Konsultation zu nicht-operativen Unternehmen reagiert, deren Ergebnis erst im weiteren Jahresverlauf feststehen wird.