Der iShares MSCI World ETF gerät zur Wochenmitte erneut unter Druck steigender Anleiherenditen. Der Fonds schloss am Dienstag bei 206,71 US-Dollar und verlor damit 0,2 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 1,0 Prozent zu Buche, über sieben Tage sind es 0,5 Prozent.
Anleihemarkt setzt Aktien zu
Hintergrund der Schwäche ist ein kräftiger Renditeanstieg am US-Anleihemarkt, über den Reuters berichtete. Steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs schürten zusätzlich Inflationssorgen, was die Zinserwartungen weiter nach oben trieb.
Trotz dieses Gegenwinds zeigten sich Aktien widerstandsfähiger als Anleihen. Reuters führte dies auf robuste Unternehmensgewinne, eine solide globale Konjunktur und anhaltenden Optimismus rund um Künstliche Intelligenz zurück – Faktoren, die den negativen Effekt höherer Zinsen und energiebedingter Inflation zumindest teilweise auffingen.
Blick auf anstehende Konjunkturdaten
Anleger richten den Blick nun auf zwei Termine, die laut Reuters die Zinserwartungen und damit auch die Aktienmarktstimmung maßgeblich beeinflussen dürften: die US-Inflationsdaten auf Basis des PCE-Index, die für Mittwoch angesetzt sind, sowie der US-Arbeitsmarktbericht für September, der am Freitag veröffentlicht wird. Beide Datenpunkte gelten als wichtige Signale dafür, wie die US-Notenbank ihre Geldpolitik in den kommenden Monaten ausrichten könnte.
Die Gemengelage bleibt damit angespannt: Auf der einen Seite belasten hohe Anleiherenditen und geopolitisch getriebene Ölpreisrisiken die Bewertung globaler Aktien. Auf der anderen Seite stützen solide Unternehmensgewinne und der anhaltende KI-Trend die Kurse.
Der Relative-Stärke-Index des ETF notiert mit 46,8 in neutralem Terrain, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 10 Prozent – ein Wert, der auf eine moderate, aber spürbare Nervosität am Markt hindeutet.
Kapitalzuflüsse in globale Aktien-ETFs
Trotz der Kursschwäche griffen Anleger in der Breite weiter zu globalen Aktien-ETFs. Nach Angaben des Investment Company Institute verzeichnete das Segment der US-„World“-Aktien-ETFs in der Woche zum 23. September geschätzte Netto-Zuflüsse von 11,182 Milliarden US-Dollar, nach 2,087 Milliarden US-Dollar in der Vorwoche. Diese Zahl bezieht sich auf die gesamte Fondskategorie und lässt keinen Rückschluss auf die Mittelflüsse speziell beim iShares MSCI World ETF zu.
Parallel dazu meldeten Branchenbeobachter, dass die US-ETF-Zuflüsse insgesamt im laufenden Jahr auf rund 1,5 Billionen US-Dollar zusteuern – ein Hinweis auf ungebrochenes Anlegerinteresse an börsengehandelten Fonds, auch wenn sich daraus keine spezifische Aussage zum iShares-Produkt ableiten lässt.
Für Anleger im MSCI-World-Fonds bleibt damit vor allem die Entwicklung der US-Zinsen und der anstehenden Konjunkturdaten entscheidend für die kurzfristige Kursrichtung.
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