Der Ausgang der US-Zwischenwahlen hat globale Aktienmärkte am Mittwoch belastet. Reuters berichtete, dass die Gewinne der Demokraten in beiden Kongresskammern Sorgen vor einer strengeren Regulierung von Künstlicher Intelligenz und der Überwachung von Rechenzentren schürten. Das traf besonders KI-nahe Technologiewerte, die im iShares MSCI World ETF stark vertreten sind.

Schon am Vortag hatten schwache Quartalszahlen großer Technologiekonzerne und hohe geplante Investitionsausgaben die Stimmung gedrückt. Reuters schrieb, Anleger seien angesichts der hohen KI-Investitionen nervös geworden, während sie zugleich auf das Wahlergebnis warteten.

Der Verkaufsdruck bei KI-Werten hatte sich bereits Ende Oktober verschärft: Die Nachrichtenagentur AP berichtete, die Sorge vor überzogenen Bewertungen KI-naher Aktien habe sich mit steigenden Ölpreisen überlagert und die globalen Märkte zusätzlich belastet.

Diese Gemengelage schlug sich im MSCI World Index insgesamt nieder. Laut dem Vermögensverwalter Janus Henderson fiel der Index im Oktober in US-Dollar gerechnet um 0,8 Prozent, wobei die Schwäche bei KI-Technologiewerten im Kontrast zu Stärke in anderen Sektoren und Regionen stand. Der Index zeigte sich damit nicht einheitlich schwach, sondern spiegelte eine Rotation weg von den bisherigen Kurstreibern wider.

Kursbild bleibt angeschlagen

Der iShares MSCI World ETF schloss am Dienstag bei 204,28 US-Dollar, nahezu unverändert gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht der ETF jedoch mit 1,8 Prozent im Minus, was die anhaltende Verunsicherung rund um die KI-Bewertungen widerspiegelt. Zum bisherigen Jahreshoch von Mitte August fehlen dem Fonds noch 3,6 Prozent.

Kapitalflüsse zeigen klare Präferenz für US-Titel

Der Vermögensverwalter State Street Investment Management veröffentlichte Anfang November seinen Rückblick auf die Oktober-Mittelflüsse bei Aktien-ETFs. Demnach entfielen 80 Prozent aller Zuflüsse in Aktien-ETFs auf US-Engagements.

Konkret flossen laut State Street 112.348 Millionen US-Dollar in US-Aktien-ETFs, während globale Aktien-ETFs lediglich 5.757 Millionen US-Dollar und auf entwickelte internationale Märkte ausgerichtete ETFs 13.506 Millionen US-Dollar einsammelten.

Diese Zahlen betreffen die jeweilige Fondskategorie insgesamt und lassen keinen direkten Rückschluss auf den iShares MSCI World ETF selbst zu. Dennoch zeigen sie, in welche Richtung sich institutionelles Kapital zuletzt bewegt hat: Anleger bevorzugten US-Einzelwetten gegenüber global gestreuten Produkten, obwohl gerade die US-Technologiebranche im Zentrum der aktuellen KI-Skepsis steht.

Für einen breit diversifizierten Fonds wie den iShares MSCI World ETF, dessen Zusammensetzung stark von US-Schwergewichten geprägt ist, bedeutet das eine doppelte Abhängigkeit: von der politischen Entwicklung in Washington und von der Risikobereitschaft gegenüber KI-Investitionen, die die Branche in den vergangenen Monaten getragen hatte.

Die Kombination aus Wahlunsicherheit, enttäuschenden Tech-Zahlen und Bewertungssorgen bei KI-Aktien dürfte die Schwankungsbreite im Fonds vorerst hochhalten. Ob sich die Rotation aus KI-Werten fortsetzt oder sich die Märkte nach der Klärung der politischen Mehrheitsverhältnisse wieder stabilisieren, bleibt für die kommenden Wochen die entscheidende Frage für Anleger im MSCI-World-Segment.