ITM Power: 401 Prozent in zwölf Monaten

Der britische Elektrolyseur-Hersteller steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung über seine Chronos-Fertigungslinie, die über den weiteren Kursverlauf bestimmen dürfte.

ITM Power Aktie
Kurz & knapp:
  • Kursanstieg von 400 Prozent
  • Chronos-Projekt als Kurstreiber
  • Entscheidende Prüfung im Juni
  • Gemischte Analystenmeinungen

Innerhalb eines Jahres hat sich der Kurs von ITM Power mehr als vervierfacht. Die Aktie des britischen Elektrolyseur-Herstellers notiert bei 154,80 Pence — weit über dem, was Analysten für gerechtfertigt halten. Im Juni entscheidet sich, ob das Fundament dieser Rally trägt.

Chronos: Die 120-Millionen-Pfund-Wette

Alles dreht sich um die geplante Fertigungslinie namens Chronos im englischen Sheffield. Die Anlage soll PEM-Elektrolyseure mit doppelter Leistungsdichte zu deutlich niedrigeren Kosten produzieren. Bis 2028 peilt ITM Power eine Kapazität von einem Gigawatt an.

Das Projekt stützt sich auf zwei Finanzierungssäulen. Great British Energy investiert 40 Millionen Pfund als strategische Eigenkapitalbeteiligung. Das Ministerium für Energiesicherheit steuert einen Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund bei — dieser soll im Juni nach einer Prüfung durch die britische Wettbewerbsbehörde CMA finalisiert werden. Unmittelbar danach plant das Management die finale Investitionsentscheidung für Chronos.

Kein Projekt im Portfolio hat mehr Gewicht für die Kursentwicklung.

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Rekorderlöse, aber noch rote Zahlen

Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 lieferte den höchsten Halbjahresumsatz der Unternehmensgeschichte: 18 Millionen Pfund. Davon entfielen 15,5 Millionen Pfund auf Geräteverkäufe. Das Management hob daraufhin die Jahresprognose auf 40 bis 43 Millionen Pfund an.

Profitabel ist ITM Power trotzdem nicht. Der operative Verlust dürfte bei rund 30 Millionen Pfund liegen. Die Bilanz federt das ab: Laut Zeus Capital hält das Unternehmen knapp 198 Millionen Pfund in bar — genug, um den aktuellen Mittelabfluss mehrfach zu überbrücken. Den Weg in die Gewinnzone sehen Analysten auf absehbare Zeit nicht.

Morgan Stanley gegen den Rest

Die Analystengemeinde ist gespalten. Der Konsens liegt bei einem Kursziel von 84,60 Pence — rund 45 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Morgan Stanley weicht davon deutlich ab. Die Bank stufte ITM Power Ende April auf „Overweight“ hoch und erwartet den EBITDA-Breakeven bereits im Geschäftsjahr 2028 — ein Jahr früher als der Konsens. Dafür seien rund 200 MW neue Aufträge nötig. Im Basisszenario bewertet Morgan Stanley das Unternehmen mit knapp einer Milliarde Pfund.

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CEO-Boni an Chronos geknüpft

CEO Dennis Schulz erhielt neben seinem regulären LTIP-Paket von 906.238 Aktien eine Sonderzuteilung von 1,3 Millionen Aktien. Diese Aktien verfallen, wenn Chronos nicht liefert — die Bedingungen umfassen profitable Verträge und konkrete Meilensteine der neuen Fertigungslinie. Das Management sitzt damit im selben Boot wie die Aktionäre.

Hinzu kommt eine Kapazitätsreservierung mit RWE über 150 MW Neptune-V-Elektrolyseure sowie Vereinbarungen in Deutschland über mehr als 710 MW. Außerdem wartet der Markt auf Ergebnisse aus der britischen Wasserstoff-Ausschreibungsrunde und die finale Entscheidung zum Uniper-Projekt am Humber.

Hält die Chartunterstützung bei 130 Pence und bekommt Chronos im Juni grünes Licht, hat die Rally Spielraum nach oben. Scheitert die Investitionsentscheidung oder verzögert sich die CMA-Prüfung, dürfte die Lücke zum Analystenkonsens schnell kleiner werden.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.