Im Juni fällt eine Entscheidung, die ITM Powers Zukunft maßgeblich prägt. Dann steht das finale Investment-Votum für das Chronos-Projekt an — den Kern der britischen Wasserstoffstrategie des Unternehmens. Der Kurs hat sich in zwölf Monaten mehr als vervierfacht. Jetzt muss die Substanz liefern.
Chronos: Gigawatt-Fabrik oder Rückschlag?
Die britische Regierung hat ITM Power bereits mit erheblichem Kapital ausgestattet. Great British Energy investiert 40 Millionen Pfund als strategische Eigenkapitalbeteiligung. Das Ministerium für Energiesicherheit legt weitere 46,5 Millionen Pfund als Zuschuss drauf.
Das Geld fließt in eine neue automatisierte Fertigungslinie am Standort Sheffield — mit einer geplanten Jahreskapazität von bis zu 1 GW. Die Linie soll 2028 in Betrieb gehen. Chronos, die nächste Elektrolyseur-Generation, verspricht höhere Energieeffizienz und niedrigere Produktionskosten.
Das Unternehmen hat seine Liquiditätsprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf 210 bis 215 Millionen Pfund angehoben — zuvor waren es 170 bis 175 Millionen Pfund.
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Pipeline von Wales bis Berlin
Parallel zum Sheffield-Projekt wächst das Auftragsportfolio. In Wales hat MorGen Energys Wasserstoffprojekt in Milford Haven bereits grünes Licht bekommen. ITM liefert dafür ein 20-MW-Elektrolysemodul und sichert sich einen zehnjährigen Servicevertrag für Wartung und Betrieb.
In Deutschland läuft es ähnlich. ITM hat Vereinbarungen mit der Stablegrid Group über 710 MW abgeschlossen und arbeitet mit RWE zusammen. In Berlin hat das Unternehmen seine EPC-Tochter Hydropulse gegründet. Das 120-MW-Projekt Humber H2ub mit Uniper in Großbritannien wartet noch auf sein finales Investitionsvotum — angepeilt ist der Betrieb bis 2029.
Rüstung als neues Standbein
ITM kooperiert künftig mit Rheinmetall AG. Gemeinsam wollen beide das Giga-PtX-Projekt vorantreiben: dezentrale Anlagen zur Produktion synthetischer Kraftstoffe für NATO-Streitkräfte in ganz Europa. Geplant sind mehrere hundert Standorte, jeder mit bis zu 50 MW Elektrolysekapazität und einer Jahresproduktion von 5.000 bis 7.000 Tonnen E-Fuel.
Das Ziel: Sektoren versorgen, in denen Elektrifizierung nicht möglich ist und sichere Kraftstoffversorgung zählt.
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Rekorderlöse, aber noch keine Gewinne
ITM hat im ersten Halbjahr 18 Millionen Pfund Umsatz erzielt — ein Rekordwert. Davon entfielen 15,5 Millionen Pfund auf Geräteverkäufe. Das Management hat die Jahresumsatzprognose auf 40 bis 43 Millionen Pfund angehoben. Das Auftragsbuch steht bei 152 Millionen Pfund, 71 Prozent der Verträge sind profitabel.
Profitabel ist das Unternehmen selbst jedoch noch nicht. Der operative Verlust auf EBITDA-Basis liegt bei knapp 30 Millionen Pfund. Zeus Capital hat die Umsatzschätzung für 2026 auf über 40 Millionen Pfund erhöht, verweist aber auf den anhaltenden Cashburnverbrauch. Rund 198 Millionen Pfund Liquiditätspuffer geben dem Unternehmen vorerst ausreichend Spielraum.
Kurs auf Mehrjahreshoch, dann Rücksetzer
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 356 Prozent zugelegt und den FTSE All Share um mehr als 258 Prozentpunkte übertroffen. Zuletzt notierte sie bei 131,50 Pence — nach einem Rücksetzer von rund zehn Prozent gegenüber der Vorsitzung.
Den Kursanstieg begleitet ein strukturelles Risiko: Reuters berichtete im Februar, dass Branchenvertreter vor einem Rückstand Europas gegenüber China bei Elektrolyseuren warnen. Ohne schnelleres Skalieren durch öffentliche Aufträge könnte der Vorsprung schwinden. Das gibt dem Chronos-Votum im Juni eine Bedeutung, die weit über Sheffield hinausreicht.
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