ITM Power liefert derzeit ein widersprüchliches Bild. Die Aktie fällt deutlich, obwohl Privatanleger auf einer großen britischen Handelsplattform mehrheitlich auf der Käuferseite standen. Nach der starken Rally der vergangenen Monate trifft neues Interesse auf Gewinnmitnahmen. Genau diese Mischung macht den Titel wieder spannend.
Hohe Aktivität, schwacher Kurs
Interactive investor führte ITM Power am Donnerstag unter den 10 meistgehandelten Aktien der Vormittagssitzung. Auffällig war die Richtung der Orders: 63 Prozent der erfassten Trades waren Käufe.
Am Kurs änderte das wenig. Die Aktie notiert bei 1,92 Euro und verliert am Tag 5,76 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 21,77 Prozent.
Die Kennzahl misst allerdings die Anzahl der Kauforders, nicht deren Volumen. Große Verkaufsorders können eine hohe Kaufquote kleinerer Trades daher überlagern. Genau das scheint der Markt aktuell einzupreisen: Interesse ist da, Überzeugung nicht überall.
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Rally kühlt spürbar ab
Der Rücksetzer kommt nach einem kräftigen Lauf. Seit Jahresanfang liegt ITM Power trotz der jüngsten Schwäche noch 163,96 Prozent im Plus, über zwölf Monate sind es 122,55 Prozent. Der Abstand zum jüngsten Hoch ist dennoch deutlich.
Das 52-Wochen-Hoch lag bei 2,58 Euro und wurde am 29. Mai erreicht. Vom aktuellen Niveau aus fehlen 25,72 Prozent bis dorthin.
Technisch bleibt die Aktie klar über wichtigen Durchschnittslinien. Der Kurs liegt 24,14 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,54 Euro und 94,68 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 50,4 wirkt dagegen nicht überhitzt, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 104,47 Prozent die heftigen Ausschläge unterstreicht.
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Wasserstoff-Deal bleibt der Hintergrund
Der jüngste Handelsschub folgt auf die Partnerschaft mit Protium Green Solutions. Beide Unternehmen wollen industrielle Anlagen für grünen Wasserstoff in Großbritannien entwickeln, finanzieren und betreiben.
Im Mittelpunkt steht zunächst das Cromarty-Projekt in Schottland. Geplant sind 15 MW Elektrolysekapazität und eine Spitzenproduktion von rund 7 Tonnen grünem Wasserstoff pro Tag. Die finale Investitionsentscheidung ist derzeit für Dezember 2026 vorgesehen.
Geprüft werden verschiedene Umsetzungswege, darunter ITM Powers Tochter Hydropulse sowie mögliche direkte Übernahmen von Elektrolyseanlagen durch Protium. Für den Markt zählt damit nicht nur die Partnerschaft selbst, sondern vor allem die Frage nach Tempo, Finanzierung und tatsächlicher Projektumsetzung.
Die Aktie bleibt damit ein Titel mit hoher Aufmerksamkeit und hoher Schwankung. Der nächste belastbare Impuls dürfte aus konkreten Projektmeilensteinen, Klarheit zur Finanzierung britischer Wasserstoffanlagen oder neuen Meldungen zu Elektrolyseaufträgen kommen. Bis dahin zeigt der Donnerstag vor allem eines: Käufer sind aktiv, aber der Markt verlangt nach mehr als einer starken Story.
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