Starke Nachrichten, schwache Kurse. Bei ITM Power klaffen operative Fortschritte und Marktstimmung extrem auseinander. Der Wasserstoff-Spezialist meldete diese Woche einen prominenten Großaktionär und eine neue strategische Partnerschaft. Die Folge: ein massiver Abverkauf.
Am Freitag schloss das Papier bei 1,68 Euro. Das entspricht einem Tagesverlust von 14,45 Prozent. Auf Wochensicht brach der Kurs sogar um fast 27 Prozent ein.
Damit notiert der Wert nun rund 35 Prozent unter seinem Jahreshoch von Ende Mai. Die extreme Volatilität von über 100 Prozent zeigt die aktuelle Nervosität der Anleger.
Staatlicher Einstieg und neue Projekte
Dabei lieferte das Management aus Sheffield handfeste Erfolge. Der staatliche Energiekonzern Great British Energy investierte 40 Millionen Pfund. Dafür erhält das Unternehmen einen Anteil von 10,4 Prozent an ITM Power.
Die Finanzspritze wirkt sofort. Das Management hob die Prognose für die Jahresendliquidität auf bis zu 215 Millionen Pfund an.
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Parallel dazu vereinbarte ITM Power eine Kooperation mit Protium Green Solutions. Gemeinsam wollen die Partner industrielle Wasserstoffanlagen in Großbritannien bauen. Den Anfang macht das Cromarty-Projekt in Schottland.
Ein Elektrolyseur mit 15 Megawatt Leistung soll dort künftig sieben Tonnen grünen Wasserstoff pro Tag produzieren. Die finale Investitionsentscheidung fällt voraussichtlich im Dezember 2026.
Wichtige Entscheidungen im Juni
Trotz dieser Fortschritte ziehen sich institutionelle Investoren offenbar zurück. Sie blicken gebannt auf zwei offene Meilensteine in diesem Monat. Die britische Wettbewerbsbehörde prüft aktuell einen staatlichen Zuschuss über 46,5 Millionen Pfund.
Das Geld fließt in eine neue automatisierte Produktionslinie in Sheffield. Dort will ITM Power seine neue Chronos-Generation fertigen.
Diese neuen Module leisten 2,5 Megawatt. Sie senken die Kapitalkosten um 40 Prozent und halbieren den physischen Platzbedarf.
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Zeitgleich erwartet der Markt ein Update zum britischen Wasserstoff-Förderprogramm HAR2. ITM Power ist bereits als bevorzugter Lieferant für zwei Projekte gelistet. Die endgültigen Aufträge hängen jedoch von den Entwicklern ab.
Analysten sehen Potenzial
Operativ macht der Konzern Boden gut. Der Umsatz soll im laufenden Geschäftsjahr auf bis zu 43 Millionen Pfund steigen. Das Auftragsbuch ist mit 152 Millionen Pfund gut gefüllt.
Davon gelten 71 Prozent als profitabel. Dennoch verbrennt das Unternehmen weiterhin Geld. Der Jahresverlust wird auf bis zu 29 Millionen Pfund geschätzt.
Einige Großbanken werten die Entwicklung positiv. Morgan Stanley stufte die Aktie kürzlich auf „Overweight“ hoch. Die Analysten erwarten den operativen Break-even für das Jahr 2028.
Dafür benötigt ITM Power allerdings neue Aufträge im Umfang von rund 200 Megawatt. Am 15. September präsentiert das Unternehmen seine Jahreszahlen. Dann müssen die Briten beweisen, dass die strategischen Erfolge auch die Verluste stoppen.
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