Während die Konkurrenz im Wasserstoffsektor am Montag einbricht, hält sich ITM Power stabil. Die Aktie des Elektrolyseur-Herstellers aus Sheffield legt um 1,55 Prozent auf 1,24 Euro zu. Der Grund: frisches Kapital vom britischen Staat.
Konkurrenz schwächelt, ITM Power hält dagegen
Der Wasserstoffsektor zeigt am Montag ein geteiltes Bild. Enttäuschende Zahlen des norwegischen Konkurrenten Nel ASA drücken auf die Stimmung der gesamten Branche. ITM Power koppelt sich davon ab.
Der Grund liegt in einer verbesserten Liquiditätslage. Die Aktie bleibt zwar noch 51,78 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 2,58 Euro Ende Mai entfernt. Der RSI von 38,3 signalisiert aber eine Stabilisierung nach dem Kursrückgang von 18,44 Prozent in den vergangenen 30 Tagen.
Fördergelder und Staatsbeteiligung fließen
Der eigentliche Auslöser für die Stabilität kam bereits am 9. Juli. Damals bestätigte ITM Power einen Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund vom britischen Ministerium für Energiesicherheit und Netto-Null. Das Geld fließt in die nächste Generation der Chronos-Fertigungslinie am Standort Sheffield.
Hinzu kommt eine Eigenkapitalspritze von 40 Millionen Pfund durch Great British Energy, die staatliche Energiegesellschaft des Landes. Zusammen ergeben die beiden Finanzierungen rund 86,5 Millionen Pfund. Das Ziel: Die automatisierte Produktionskapazität auf ein Gigawatt pro Jahr hochfahren.
CEO Dennis Schulz bezeichnete das Kapital als entscheidenden Schritt. Das Unternehmen rücke damit ins Zentrum der britischen Wasserstoffwirtschaft und senke das Ausführungsrisiko bei kommenden Projekten.
Analysten bleiben vorsichtig
Trotz der operativen Fortschritte sind sich Analysten über den kurzfristigen fairen Wert der Aktie uneins. Einige haben ihre Kursziele zuletzt auf rund 1,20 Pfund angepasst. Das spiegelt die generelle Zurückhaltung des Marktes gegenüber Wasserstoff-Herstellern wider.
Anleger richten den Blick nun auf die endgültigen Jahresergebnisse, die im August 2026 erwartet werden. Im operativen Geschäft laufen mehrere Projekte parallel weiter. ITM Power arbeitet an einer technischen Vorstudie für die Innovationspartnerschaft mit DB Systemtechnik, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn.
Zudem beobachtet der Markt die finale Investitionsentscheidung für das Cromarty-Wasserstoffprojekt in Schottland. Diese soll im Dezember 2026 fallen und eine Elektrolyseur-Kapazität von 15 Megawatt umfassen.
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