ITM Power Aktie: CMA-Entscheidung im Juni über 46,5 Millionen

Im Juni entscheiden drei Regulierungsprozesse über die Zukunft von ITM Power. Analysten sehen bei Erfolg Kurspotenzial, bei einem negativen CMA-Bescheid drohen Verluste.

ITM Power Aktie
Kurz & knapp:
  • CMA-Prüfung über 46,5 Millionen Pfund
  • Chronos-System senkt Kosten drastisch
  • HAR2-Ausschreibung und Uniper-Projekt
  • Umsatzwachstum von rund 35 Prozent

Für ITM Power wird der Juni zum Schicksalsmonat. Gleich drei regulatorische Entscheidungen fallen zusammen — und jede einzelne kann den Kurs massiv bewegen.

CMA-Prüfung: 52 Prozent Risiko nach unten

Im Mittelpunkt steht eine staatliche Förderung über 46,5 Millionen Pfund. Das britische Department for Energy Security and Net Zero stellt das Geld bereit — aber erst nach einer Beihilfeprüfung durch die Competition and Markets Authority (CMA). Diese Prüfung soll noch im Juni abgeschlossen werden.

Ohne grünes Licht der CMA gibt es keinen Vertrag. Ohne Vertrag keine finale Investitionsentscheidung für die Chronos-Produktionslinie. Jefferies hat die Konsequenz eines negativen Bescheids klar benannt: ein möglicher Kursverlust von 52 Prozent.

Die Förderung ist Teil eines breiteren Pakets über 86,5 Millionen Pfund für ITMs Fabrik in Sheffield. Great British Energy hat bereits 40 Millionen Pfund direkt investiert und hält damit fast 72 Millionen neue Aktien — als zweitgrößter Anteilseigner.

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Chronos: Dreimal die Leistung, halb so viel Platz

Das Chronos-System ist der technologische Kern der Investitionsthese. Es ersetzt die bisherige Trident-Plattform und liefert dreimal so viel Leistung. Die Produktionskosten sinken um 40 Prozent, der Platzbedarf halbiert sich. Die Leistungsdichte verdoppelt sich auf 2,5 Megawatt pro Quadratmeter.

ITM investiert insgesamt 120 Millionen Pfund in den Sheffield-Standort. Bis 2028 soll dort eine Kapazität von einem Gigawatt entstehen.

Drei Entscheidungen, ein Zeitfenster

Neben der CMA-Prüfung laufen zwei weitere Prozesse auf ein Ergebnis zu. Großbritannien vergibt im zweiten Wasserstoff-Ausschreibungsrunde (HAR2) Kapazitäten von 875 Megawatt — aus 87 Bewerbungen mit zusammen 2,8 Gigawatt. ITM ist bereits als Elektrolyseur-Lieferant für Unipers Humber-H2ub-Projekt gesetzt: sechs POSEIDON-Module mit je 20 Megawatt.

Parallel wartet Uniper auf die finale Investitionsentscheidung für das 120-Megawatt-Projekt Killingholme. Der FEED-Vertrag wurde im Juni 2025 unterzeichnet, die Baugenehmigung folgte im März 2026. Die Entscheidung ist für dieses Jahr geplant.

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Indes sammelt ITMs Vorzeigeprojekt internationale Anerkennung. REFHYNE-2 — ein 100-Megawatt-Elektrolyseur im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland — gewann bei den World Hydrogen Awards 2026 in Rotterdam gleich zwei Preise. Ab 2027 soll die Anlage täglich bis zu 44.000 Kilogramm erneuerbaren Wasserstoff produzieren.

Zahlen: Wachstum, aber noch rote Zahlen

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet ITM Power einen Umsatz zwischen 40 und 43 Millionen Pfund — ein Anstieg von rund 35 Prozent. Das erste Halbjahr lieferte mit 18 Millionen Pfund einen Rekordwert. Das bereinigte EBITDA-Defizit schrumpfte von 16,8 auf 11,9 Millionen Pfund.

Für das Gesamtjahr bleibt ein EBITDA-Verlust von 27 bis 29 Millionen Pfund. Der Auftragsbestand liegt bei 152 Millionen Pfund, 71 Prozent der Verträge gelten als profitabel. Die Kasse ist mit fast 200 Millionen Pfund gut gefüllt, Schulden hat das Unternehmen keine.

Jefferies hob das Kursziel auf 200 Pence an — von zuvor 115 Pence. Morgan Stanley stufte die Aktie auf Overweight hoch. Es ist das erste positive Rating für einen britischen Wasserstoffwert seit 2021. Die Analysten erwarten den EBITDA-Breakeven im Geschäftsjahr 2028 — ein Jahr früher als bisher prognostiziert, sofern rund 200 Megawatt neue Aufträge hereinkommen.

Die Aktie notiert aktuell bei 188,70 Pence. Alle drei Entscheidungen dürften fallen, bevor ITM Power am 15. September 2026 seine Jahreszahlen vorlegt.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.