Ein Kurssprung von 16 Prozent an einem einzigen Tag — das schafft man nicht ohne Grund. Morgan Stanley hat ITM Power von „Equal-weight“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel dabei von 60 Pence auf 170 Pence fast verdreifacht. Der entscheidende Treiber: Die Analysten erwarten, dass der britische Elektrolyseur-Hersteller den EBITDA-Breakeven ein Jahr früher erreicht als der Markt bislang einkalkuliert hat.

Früher profitabel als erwartet

Morgan Stanley rechnet damit, dass ITM Power bereits im Geschäftsjahr 2028 (FY28) operativ die Gewinnschwelle erreicht — der Konsens geht bislang von FY29 aus. Für FY28 prognostizieren die Analysten ein EBITDA von 13 Millionen Pfund, während der Markt noch einen Verlust von 4 Millionen Pfund erwartet. Beim Umsatz sehen die Londoner Banker 169 Millionen Pfund, rund 54 Prozent mehr als die Konsensschätzung von 109 Millionen Pfund.

Hinter diesen Zahlen steckt auch eine methodische Anpassung: Morgan Stanley senkte den gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) von 11 auf 9 Prozent — ein Signal für eine stabilere Einschätzung der Unternehmensfinanzierung.

Solide Liquidität, ambitionierte Bewertung

Das neue Kursziel von 170 Pence basiert auf einer Sum-of-the-Parts-Bewertung, die auf einen Unternehmenswert von rund 993 Millionen Pfund kommt. Im optimistischen Szenario sehen die Analysten Potenzial bis 300 Pence, im pessimistischen Szenario einen Boden bei 50 Pence.

Rückenwind kommt auch von der Bilanz: ITM Power hält aktuell eine Nettoliquidität von 215 Millionen Pfund — laut Analysten genug, um die laufende Cash-Burn-Rate etwa fünfmal abzudecken. Das reduziert den Druck, kurzfristig Kapital aufnehmen zu müssen.

Katalysatoren im Blick

Die Aktie reagierte mit einem Anstieg auf rund 147 Pence. Das Papier hat damit seit Jahresbeginn mehr als 100 Prozent zugelegt — ein Kurs, der nun auch fundamental untermauert scheint.

Drei konkrete Ereignisse könnten den nächsten Schub liefern:

  • Ergebnisse der britischen Hydrogen Allocation Round 2
  • Investitionsentscheidung (FID) zum Uniper-Projekt Humber H2ub mit 120 MW
  • FID zur Chronos-Produktionslinie mit 1 GW Kapazität, erwartet im Juni 2026

Morgan Stanley beziffert die kritische Schwelle klar: Ein Auftragseingang von 200 MW würde reichen, um EBITDA-Profitabilität zu erreichen. Ob das gelingt, hängt maßgeblich davon ab, wie viele dieser Projekte tatsächlich zur Entscheidungsreife kommen — spätestens im Sommer dürfte das klarer sein.