IWF verdoppelt Wachstumsprognose für Deutschland fast

Der Währungsfonds erwartet für Deutschland 1,3 Prozent Wachstum statt zuvor 0,7 Prozent und liegt damit auf Regierungslinie.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • IWF erhöht Deutschland-Schätzung auf 1,3 Prozent
  • Bundesregierung hatte dieselben Werte vorgelegt
  • Weltwirtschaftsprognose steigt leicht auf 3,1 Prozent
  • Frankreichs Wachstumserwartung sinkt auf 0,4 Prozent

Die deutsche Konjunktur erweist sich trotz geopolitischer Verwerfungen als überraschend robust. Der Internationale Währungsfonds hebt seine Wachstumserwartung für die Bundesrepublik im laufenden Jahr spürbar an. Statt der im Juli veranschlagten 0,7 Prozent rechnet die Organisation nun mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent. Das entspricht fast einer Verdopplung der bisherigen Schätzung.

Damit schließt sich der Währungsfonds der Bundesregierung an, die zuvor dieselben Werte vorgelegt hatte. Das Bundeswirtschaftsministerium führt diesen Optimismus auf die unerwartet hohe Widerstandskraft der heimischen Wirtschaft zurück.

Technologie-Investitionen dämpfen geopolitische Belastungen

Für die Weltwirtschaft hebt der IWF die Prognose für das laufende Jahr leicht auf 3,1 Prozent an. Für das kommende Jahr bleibt die Erwartung unverändert bei 3,4 Prozent.

Zwei gegensätzliche Kräfte bestimmen derzeit das globale Bild. Die Sperrung der Straße von Hormus infolge des Nahost-Konflikts treibt zwar die Energiepreise. Eine ausgeweitete Ölförderung abseits des Persischen Golfs, angezapfte Reserven und eine schwächere Nachfrage in China federn diese Belastungen jedoch ab. Parallel dazu kurbeln massive Investitionen in Künstliche Intelligenz und die entsprechende Infrastruktur die Nachfrage an.

In den USA stützt diese Dynamik den Aufschwung. Dort rechnet der IWF im laufenden sowie im kommenden Jahr mit einem stabilen Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent, getragen von robustem Konsum und hohen Technologieausgaben.

Ungleiche Dynamik im Euroraum

Innerhalb Europas driften die Volkswirtschaften auseinander. Während die Prognose für Spanien auf 2,5 Prozent und für Italien auf 0,8 Prozent kletterte, stutzte der Fonds die Erwartung für Frankreich auf 0,4 Prozent.

Angesichts hoher Schuldenstände sieht der IWF die europäischen Staaten in der Pflicht, fiskalische Spielräume zurückzugewinnen. Auch die Geldpolitik bleibe gefordert, um die Preisstabilität zu sichern. Für Deutschland prognostizieren die Ökonomen für das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent bei einer Inflationsrate von 3,1 Prozent.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.