JinkoSolar markiert ein neues Jahrestief. Während der Konzern technologisch neue Rekorde aufstellt, zieht sich der Kapitalmarkt massiv zurück. Das Management wehrt sich nun gegen eine weitere Verwässerung der Anteile.

Veto gegen Wandlungspreis-Anpassung

Das Management setzt ein deutliches Zeichen. Trotz des Kursverfalls verzichtet das Board darauf, den Wandlungspreis der „Jinneng“-Wandelanleihen nach unten anzupassen. Diese Entscheidung gilt auch für den Zeitraum bis Ende Juli 2026. Die Führung signalisiert damit, dass sie das aktuelle Kursniveau für deutlich unterbewertet hält.

Parallel dazu untermauert JinkoSolar seinen technologischen Führungsanspruch. Das Unternehmen schaffte es jüngst auf die „Fortune China Technology 50“-Liste. Die Basis dafür bildet ein Portfolio von über 5.700 Patenten. Im Fokus steht dabei vor allem die Weiterentwicklung der N-Type TOPCon-Technologie.

Technologische Dominanz und Rekordwerte

Die Forschungsabteilung liefert Ergebnisse. Eine neue Tandem-Solarzelle erreichte eine Rekord-Effizienz von 34,82 Prozent. Hinzu kommt der Marktstart des neuen „Tiger Neo 5.0“-Moduls mit einer Leistung von 700 Watt.

Der Konzern lieferte insgesamt bereits über 400 Gigawatt an Modulen aus. Für das Gesamtjahr 2026 peilt JinkoSolar einen Absatz von bis zu 85 Gigawatt an. Damit bleibt das Unternehmen einer der volumenstärksten Akteure im globalen Photovoltaik-Markt.

Preisdruck belastet den Kurs

Die Börsenkurse spiegeln diese operativen Erfolge nicht wider. Am Freitag rutschte die Aktie um fast fünf Prozent auf 14,24 Euro ab. Das entspricht einem Minus von rund 40 Prozent seit Jahresbeginn. Damit markiert das Papier ein neues 52-Wochen-Tief.

Der Abstand zum bisherigen Höchststand bei 27,45 Euro hat sich massiv vergrößert. Derweil kämpft der gesamte Sektor mit einem harten Preisverfall. In China sanken die Preise für Solarzellen zuletzt die vierte Woche in Folge. Steigende Lagerbestände und eine hohe Produktion im Sommer belasten die Margen der Branche.

Die fundamentale Stärke und der Börsenwert driften aktuell weit auseinander. Mit einem RSI von 30,3 nähert sich das Papier technisch einer überverkauften Zone. Die Stabilisierung der globalen Modulpreise bleibt die wichtigste Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung der Aktie.