JinkoSolar setzt verstärkt auf technologische Innovationen und eine geografische Ausweitung seines Portfolios, um der schwierigen Marktlage im Solarsektor zu begegnen.
Während das Unternehmen an der Börse heute einen Kursrückgang von 3,8 % verzeichnet, treibt der Konzern die Markteinführung seiner neuesten Modulgeneration voran und meldet wichtige Fortschritte im Bereich der Energiespeichersysteme (ESS) sowie bei der Dekarbonisierung der eigenen Produktion.
Neue Effizienzstandards mit der dritten Generation
Im Zentrum der Wachstumsstrategie steht die Einführung der Modulserie Tiger Neo 3.0. JinkoSolar meldet hierfür bereits heute umfangreiche Aufträge aus Schlüsselmärkten in Europa, dem asiatisch-pazifischen Raum, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Die neue Generation basiert auf einer N-Typ-TOPCon-Zelltechnologie, die einen Wirkungsgrad von 27 % erreicht. Die Module erzielen eine Leistung von bis zu 670 Watt bei einer Gesamteffizienz von 24,8 %.
Ein wesentliches Merkmal der neuen Serie ist die hohe Bifazialität von rund 85 %, die eine effiziente beidseitige Energiegewinnung ermöglicht. Im Vergleich zu konkurrierenden Technologien wie der Back-Contact-Zelle (BC) sollen die Stromgestehungskosten (LCOE) laut Unternehmensangaben um mehr als 6 % niedriger ausfallen.
In ersten Referenzprojekten, etwa einer 10-MW-Anlage in Shandong, führte die Technologie durch eine verbesserte Ausbeute in den Morgen- und Abendstunden zu signifikanten jährlichen Einsparungen. JinkoSolar unterstreicht die Langlebigkeit der Systeme zudem mit einer Garantiezeit von 30 Jahren.
Expansion im Bereich der Energiespeicher
Parallel zum Modulgeschäft forciert der Konzern den Ausbau seiner Sparte Jinko ESS. Durch eine neue strategische Partnerschaft mit Innovative Efficient Solutions (IES) wurde heute ein autorisierter Distributor für den gewerblichen und industriellen Energiespeichermarkt in der Region Mittlerer Osten und Afrika ernannt.
Im Fokus steht dabei das Flüssigkeitskühlsystem SunGiga G2, das speziell für den Einsatz unter extremen klimatischen Bedingungen wie hoher Luftfeuchtigkeit, Hitze und salzhaltiger Umgebung entwickelt wurde.
Zusätzlich zur Marktexpansion vermeldet das Unternehmen Fortschritte bei der Nachhaltigkeit seiner Fertigung. Das Werk in Haining (Provinz Zhejiang) erhielt am heutigen Donnerstag die „Zero-Carbon“-Zertifizierung durch den TÜV Rheinland. Die Fabrik deckt einen Teil ihres Energiebedarfs über eine eigene 12-MW-Dachanlage ab und konnte im vergangenen Jahr bereits einen signifikanten Anteil ihres Stromverbrauchs aus Eigenproduktion bestreiten.
Marktumfeld und Einschätzungen der Analysten
Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Situation für Anleger angespannt. Der aktuelle Kurs von 10,12 € notiert nur noch 1,2 % über dem 52-Wochen-Tief, was die Verunsicherung im Sektor widerspiegelt. Diese Entwicklung folgt auf die Bekanntgabe der Quartalsergebnisse und die Ernennung eines neuen CEO vor rund zwei Wochen, wobei die Aktie seither deutlich an Boden verloren hat.
Die Einschätzungen der Analysehäuser bleiben überwiegend vorsichtig. Goldman Sachs setzte am 27. August ein Kursziel von 11 US-Dollar fest, während Roth Capital das Ziel zur gleichen Zeit von 25 auf 16 US-Dollar senkte und die Einstufung auf „Neutral“ beließ.
Die Experten von Zacks Research verschärften ihr Urteil am 3. September und stuften die Papiere von „Hold“ auf „Strong Sell“ herab. Als Belastungsfaktoren gelten neben dem zyklischen Abschwung in der Bauindustrie auch regulatorische Risiken und die hohe Abhängigkeit von globalen Lieferketten.
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