Solarmodule für kombiniertes Großprojekt

Der chinesische Photovoltaikkonzern JinkoSolar hat einen neuen Lieferauftrag auf seinem Heimatmarkt erhalten. Medienberichten zufolge sicherte sich das Unternehmen am Dienstag den Zuschlag für die Ausrüstung des Projekts Lianyungang Qingkou Salt Farm Fishery-Solar Integration. Vereinbart wurde die Lieferung von Modulen der Serie Tiger Neo 3.0 mit einer Gesamtkapazität von 220 Megawatt.

Das Vorhaben setzt auf eine kombinierte Flächennutzung aus Stromerzeugung und Fischereiwirtschaft auf dem Areal einer Salzfarm. Solche integrierten Konzepte gewinnen bei chinesischen Energieprojekten an Bedeutung, da sie Doppelnutzungen ermöglichen und den Bedarf an zusätzlichen Freiflächen reduzieren. Für JinkoSolar bedeutet der Zuschlag eine Bestätigung der Nachfrage nach der eigenen N-Type-Modellgeneration im heimischen Markt.

Speicherportfolio in Europa und juristische Prüfung

Fortschritte verzeichnete der Konzern zudem im europäischen Markt für Batteriespeicher. Die Unternehmenstochter Jinko ESS trieb am 28. September ein hybrides Speicherportfolio in Deutschland mit einer Kapazität von 220 Megawattstunden voran. Die Strategie koppelt Speicheranlagen für grünen Strom und den Stromhandel mit geplanten Photovoltaikkapazitäten über hybride Stromabnahmeverträge.

Parallel zu den operativen Schritten sieht sich das Unternehmen mit rechtlichen Fragestellungen in den Vereinigten Staaten konfrontiert. Die Anwaltskanzlei Pomerantz LLP gab am Dienstag bekannt, im Auftrag von Investoren mögliche Verletzungen des US-Wertpapierrechts zu untersuchen.

Die Kanzlei stellte dabei klar, dass es sich um eine Vorprüfung von Ansprüchen handelt und bislang weder eine Klage eingereicht noch ein Fehlverhalten nachgewiesen wurde.

Transaktionen im Aktionärskreis und Aktienprogramm

Medienberichten zufolge stellte JinkoSolar zeitgleich Weichen bei der Mitarbeiterbindung. Das Unternehmen kündigte einen Plan für aktienbasierte Vergütungen mit Verfügungsbeschränkungen an. Das Vorhaben umfasst 260 Millionen Anteilsscheine, was einem Anteil von rund 2,54 Prozent des Grundkapitals entspricht.

Auf der Eigentümerseite kam es unterdessen zu Anteilsverkäufen. Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC veräußerte die Beteiligungsgesellschaft Zhuoling International über den offenen Markt 2.020.000 Stammaktien in Form von ADS. Nach Abschluss dieser Verkäufe verbleibt dem Investor ein meldepflichtiger Anteil von 5,1 Prozent am Unternehmen.

Anhaltender Verkaufsdruck an den Börsen

Die juristische Prüfung und die Verkäufe von Anteilseignern belasten die Stimmung der Marktteilnehmer spürbar. Obwohl der Konzern weiterhin operative Aufträge für Solarmodule und Speichersysteme verbucht, überwiegt am Markt eine vorsichtige Haltung.

An den Handelsplätzen hinterlässt dieser Gegenwind deutliche Spuren im Kursverlauf. Die JinkoSolar-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 8,14 Euro. Dies entspricht einem Tagesrückgang von 1,5 Prozent. Seit dem Jahreswechsel summiert sich der Kursverlust des Papiers auf 64 Prozent.