Jungheinrich will Entwicklungen aus China stärker für internationale Märkte nutzen. Die KI-gestützte Lagerplanungs- und Simulationsplattform SMART Plus 3.0 feierte heute auf der CIIE ihre Asien-Pazifik-Premiere. Geplant ist der Einsatz im Asien-Pazifik-Raum und in Europa. Für Anleger eröffnet das Wachstumsperspektiven, sofern sich die Technologie über ihren Entwicklungsmarkt hinaus erfolgreich vermarkten lässt.

China als Entwicklungsstandort

An der Entwicklung der Plattform waren in China ansässige Ingenieure beteiligt. Damit verbindet Jungheinrich die dortige Entwicklungsarbeit mit dem geplanten Einsatz in weiteren Regionen. Der wirtschaftliche Hebel liegt in einer breiteren Nutzung der Technologie, sofern sie die Anforderungen der Kunden in diesen Märkten erfüllt.

Bai Daping sagte, zusätzliche Forschungs- und Entwicklungsressourcen in China könnten innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre mehrfache Renditen bringen. Diese Erwartung beschreibt das Potenzial weiterer Investitionen und setzt eine entsprechend erfolgreiche Umsetzung voraus.

Parallel prüft Jungheinrich eine engere Zusammenarbeit mit chinesischen Lieferanten. Dabei kommen auch Kapitalinvestitionen und Übernahmen infrage. Solche Schritte könnten den Zugang zu Technologie vertiefen, sofern geeignete Partner und wirtschaftlich tragfähige Konditionen zusammenkommen.

Direkter Vertrieb ergänzt die Entwicklung

Zur stärkeren Präsenz in Asien passt der Aufbau einer eigenen Vertriebsgesellschaft in Südkorea. Jungheinrich hatte diesen Schritt in einer Unternehmensmitteilung vom Dienstag bekannt gegeben. Jungheinrich Korea nahe Seoul ist die erste direkte Präsenz des Konzerns in dem Land. Zuvor bediente das Unternehmen den Markt mehr als 20 Jahre über Händler.

Die Gesellschaft richtet sich an Logistik- und Fertigungskunden. Sie bietet sowohl Jungheinrich-Produkte als auch die kostengünstige Marke AntOn by Jungheinrich an. Der Ausbau gehört zur Strategy 2030+ mit ihrem Fokus auf den Asien-Pazifik-Raum.

Entwicklungsarbeit in China und direkter Kundenzugang in Südkorea ergänzen damit die regionale Aufstellung. Daraus entsteht ein Vorteil, sofern Jungheinrich technologische Neuerungen und lokale Vertriebsarbeit in zusätzliche Nachfrage übersetzen kann.

Quartalsbericht als nächster Prüfstein

Der nächste feste Termin für Anleger folgt am 10. November 2026 um 07:30 Uhr. Dann veröffentlicht Jungheinrich laut dem Terminkalender von Dow Jones sein Quartalsergebnis.

Für die Anlageentscheidung zählt neben der internationalen Expansion deren wirtschaftliche Umsetzung. Die China-Initiative spricht für zusätzliche Innovationsmöglichkeiten, sofern aus der geplanten breiteren Nutzung der Plattform rentable Geschäfte entstehen. Der angekündigte Quartalsbericht rückt zunächst die Geschäftsentwicklung in den Mittelpunkt; die von Bai Daping beschriebenen Renditechancen haben dagegen einen mehrjährigen Horizont.