Die Talfahrt der französischen KI-Chip-Schmiede geht weiter. Am Montag fiel die Kalray-Aktie um 5,5 Prozent auf 9,08 Euro. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Wochen fort. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 15,78 Euro Anfang Juni hat das Papier mehr als 42 Prozent verloren.
Der Auslöser: ein Branchen-Beben. Anfang Juli sorgten einbrechende Quartalszahlen von Branchengrößen für Panik unter Anlegern. Innerhalb von zwei Tagen verlor der Philadelphia Semiconductor Index über elf Prozent. Aktien wie KLA Corporation und Teradyne stürzten zweistellig ab.
Heftige Volatilität als Dauerzustand
Die jüngsten Kursbewegungen bei Kalray zeigen ein extremes Hin und Her. Innerhalb der vergangenen sieben Tage legte die Aktie um knapp 13 Prozent zu. Auf Monatssicht steht ein Minus von 22 Prozent. Die annualisierte Volatilität liegt bei über 130 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Die Jahresbilanz bleibt dennoch beeindruckend: Seit Januar hat sich der Kurs mehr als versechsfacht. Vom 52-Wochen-Tief bei 0,64 Euro ist Kalray noch immer über 1.300 Prozent entfernt.
Der RSI liegt bei 47,7 Punkten – technisch neutral. Die Aktie notiert acht Prozent unter ihrer 50-Tage-Linie, aber noch deutlich über dem 100-Tage-Durchschnitt von 7,16 Euro.
Branche zwischen Boom und Korrektur
Der Sektor zeigt ein gespaltenes Bild. Während KI-getriebene Speicherhersteller wie Samsung und Micron Rekordgewinne melden, meiden Anleger risikoreichere Pure-Play-AI-Titel. Bank-of-America-Analysten sprechen von einem „kurzfristigen Reset“ – nicht von einem fundamentalen Kollaps.
Doch die Finanzierungsbedürfnisse der Branche sind gewaltig. SK Hynix etwa stockt sein Kapital um 29 Milliarden Dollar auf. Investoren werden sektiver: Wer die hohen Erwartungen nicht sofort erfüllt, wird abgestraft. Kalray spürt das gerade schmerzhaft.
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