Kanzler Merz fordert schnellen Beschluss der Rentenreform

Der Kanzler will den Gesetzentwurf noch 2026 im Kabinett verabschieden lassen; die Bundestagsentscheidung ist für Anfang 2027 vorgesehen.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Merz verlangt zügigere Reformarbeit
  • Kabinett soll 2026 entscheiden
  • Bundestagsbeschluss für erstes Quartal 2027 angepeilt
  • Abschlagsfreie Frührente soll entfallen

Bundeskanzler Friedrich Merz verlangt vom neuen Arbeitsminister Alexander Schweitzer eine sofortige Beschleunigung der Reformvorhaben. Der Gesetzentwurf zur Rentenreform soll nach dem Willen des Kanzlers noch in diesem Jahr im Bundeskabinett beschlossen werden. Für die parlamentarische Verabschiedung im Bundestag peilt die Bundesregierung das erste Quartal 2027 an.

Auf dem Deutschen Arbeitgebertag stellte Merz klar, dass er von Schweitzer ab dem ersten Tag im Amt volle Konzentration auf die Gesetzgebung erwartet. Die Vorschläge der Rentenkommission lagen bereits im Juni vor. Dass in den Folgemonaten kein fertiger Entwurf zustande kam, kritisierte der Kanzler offen.

Umstrittenes Aus für die Frühverrentung

Im Zentrum der Reform steht die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren. Merz verteidigte diesen Schritt als Frage der Gerechtigkeit im System. Angesichts der demografischen Entwicklung könnten immer weniger Erwerbstätige nicht dauerhaft immer mehr Ruheständler finanzieren. Wer gesund sei, solle nicht vorzeitig ohne Abschläge aus dem Beruf ausscheiden.

Neben der Rente drängt das Kanzleramt auf arbeitsmarktpolitische Einschnitte, die die Koalitionspartner am 1. Juli vereinbart hatten. Unternehmen sollen Arbeitsverhältnisse leichter befristen können.

Zusätzlich sieht der Reformkatalog Lockerungen beim Kündigungsschutz für Beschäftigte mit besonders hohem Einkommen vor. Die Pflicht zum ärztlichen Attest soll künftig wieder ab dem ersten Krankheitstag greifen. Beim Arbeitszeitrecht fordert Merz das Ende des starren Acht-Stunden-Tages, um Betrieben und Beschäftigten mehr Flexibilität zu ermöglichen.

SPD vor personeller Neuaufstellung

Schweitzer übernimmt das Ministerium nach dem Rückzug von Bärbel Bas, die am Vortag ihr Ministeramt und den SPD-Vorsitz niedergelegt hatte. Der Amtswechsel fällt in eine Phase spürbarer Differenzen innerhalb der Koalition über den wirtschaftspolitischen Kurs.

Klarheit herrscht derweil über eine prominente Personalie. Verteidigungsminister Boris Pistorius erteilte Spekulationen über eine eigene Kandidatur für den Parteivorsitz eine Absage. Die gesamte SPD-Führungsriege soll auf einem Parteitag um den Jahreswechsel herum neu gewählt werden.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.