Kesko Aktie: Unsicherheit greifbar!

Die finnische Handelskette Kesko meldet Umsatz- und Gewinnwachstum, sieht sich aber mit sinkenden Margen, steigenden Schulden und einem vorsichtigen Ausblick konfrontiert.

Kesko Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz und operativer Gewinn steigen leicht
  • Operative Marge und Gewinn je Aktie sinken
  • Nettoverschuldung steigt deutlich an
  • Aktienkurs fällt trotz positiver Zahlen

Die finnische Handelskette Kesko hat am 5. Februar 2026 ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Das Ergebnis: Umsatzwachstum in allen Sparten, ein leicht gestiegener Gewinn – und dennoch ein Kursrückgang von 5,48 Prozent. Was steckt hinter dieser Reaktion der Anleger?

Der Konzern steigerte seinen Umsatz im Gesamtjahr 2025 um 2,3 Prozent auf 12,47 Milliarden Euro. Das vergleichbare operative Ergebnis kletterte um 4,8 Millionen Euro auf 654,9 Millionen Euro. Im vierten Quartal allein wuchs der Umsatz um 3,1 Prozent auf 3,23 Milliarden Euro. CEO Jorma Rauhala betonte, dass „nahezu alle Geschäftsbereiche 2025 Marktanteile gewonnen haben“ – vor allem im Lebensmittelhandel zeigte sich im zweiten Halbjahr eine deutliche Trendwende.

Margen unter Druck – Schulden steigen

Trotz des Wachstums gibt es Warnsignale: Die operative Marge sank von 5,6 Prozent im vierten Quartal 2024 auf 5,4 Prozent. Im Gesamtjahr rutschte sie von 5,5 auf 5,3 Prozent. Der Gewinn je Aktie fiel von 1,11 auf 1,07 Euro. Deutlich verschlechterte sich auch die Finanzlage: Die verzinslichen Nettoschulden (ohne Leasingverbindlichkeiten) stiegen von 857,2 Millionen auf 1,31 Milliarden Euro. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA kletterte von 1,1 auf 1,6 – noch deutlich unter dem Zielwert von 2,5, aber eine klare Verschlechterung.

Der operative Cashflow ging von 1,01 Milliarden auf 879,7 Millionen Euro zurück. Verantwortlich dafür war unter anderem eine Gesetzesänderung in Finnland, die seit Juli 2025 kürzere Zahlungsziele im Lebensmittelhandel vorschreibt. Allein dieser Effekt kostete rund 100 Millionen Euro an Liquidität.

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Investitionen in Preise und Filialnetz

Kesko investierte 2025 insgesamt 735,7 Millionen Euro – deutlich mehr als die 675,9 Millionen im Vorjahr. Davon flossen 334,4 Millionen in Filialstandorte und 185,8 Millionen in Übernahmen, hauptsächlich in Dänemark. Im Lebensmittelhandel eröffnete oder renovierte der Konzern 60 Geschäfte, darunter zwei neue K-Citymarket-Filialen.

Die Sparte Lebensmittel, die mit 1,71 Milliarden Euro im vierten Quartal den größten Umsatzanteil hat, profitierte von einem aggressiven Preisprogramm. Während die allgemeine Lebensmittelinflation in Finnland bei 1,8 Prozent lag, stiegen die Preise in den K-Group-Läden nur um 1,1 bis 1,5 Prozent. Die K-Group steigerte ihren Umsatz im vierten Quartal um 4,2 Prozent – bei einem Marktwachstum von lediglich 2,7 Prozent. Alle Ketten gewannen Marktanteile in ihren Segmenten.

Allerdings drückt das Preisprogramm auf die Marge: Das operative Ergebnis der Lebensmittelsparte sank im vierten Quartal von 122,2 auf 116,5 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Kesko dennoch eine operative Marge von deutlich über 6 Prozent in dieser Sparte.

Bau und Technik auf Erholungskurs

Im Bau- und Technikhandel, der unter der schwachen Baukonjunktur leidet, verbesserte sich die Lage im vierten Quartal überraschend deutlich. Der Umsatz stieg um 2,9 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro, das operative Ergebnis kletterte von 36,1 auf 44,3 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich von 3,4 auf 3,7 Prozent. Besonders stark entwickelten sich die Geschäfte in Norwegen und Dänemark, wo Kesko durch Übernahmen seine Position ausgebaut hat.

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Der Autohandel legte im vierten Quartal um 4,4 Prozent auf 344 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis stieg von 20,2 auf 20,8 Millionen Euro. Während der finnische Gesamtmarkt für Neuwagen-Zulassungen um 2 Prozent schrumpfte, wuchsen die von Kesko vertretenen Marken um 3,5 Prozent. Besonders erfolgreich lief das Geschäft mit Gebrauchtwagen: Hier steigerte K-Auto den Absatz um 13,3 Prozent – bei einem Marktwachstum von nur 1,8 Prozent.

Ausblick bleibt vorsichtig

Für 2026 rechnet Kesko mit einem vergleichbaren operativen Ergebnis zwischen 650 und 750 Millionen Euro – eine breite Spanne, die die Unsicherheit widerspiegelt. Die untere Grenze läge sogar unter dem Ergebnis von 2025. Als größtes Risiko nennt CEO Rauhala das Verbrauchervertrauen: „Wir glauben, dass sich die Marktsituation in allen Ländern und Sparten verbessern wird, aber nur sehr moderat.“

Der Vorstand schlägt eine Dividende von 0,90 Euro je Aktie vor – das entspricht einer Ausschüttungsquote von 84 Prozent. Die Dividende würde erneut in vier Raten ausgezahlt.

Die Investoren scheinen die Kombination aus sinkenden Margen, steigender Verschuldung und unsicherer Perspektive nicht zu schätzen. Trotz operativer Erfolge wie der Marktanteilsgewinne im Lebensmittelhandel überwiegt offenbar die Sorge, dass die hohen Investitionen in einem schwierigen Marktumfeld die Profitabilität weiter belasten könnten.

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