Die irische Kingspan Group legt beeindruckende Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vor. Der Gewinn nach Steuern kletterte auf 716 Millionen Euro – ein Plus gegenüber den 691 Millionen Euro des Vorjahres. Der Umsatz wuchs um 7 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro, während der operative Gewinn (EBITDA) um 7 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro zulegte.
Besonders bemerkenswert: Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von über 7 Prozent auf die Nachricht und kletterte auf 85,45 Euro. Anleger honorierten damit nicht nur die soliden Zahlen, sondern vor allem die Wachstumsperspektiven in einem schwierigen Marktumfeld.
Datacenter-Sparte als Gewinnmaschine
Das eigentliche Highlight verbirgt sich in der ADVNSYS-Sparte, die sich auf kritische Infrastruktur für Rechenzentren spezialisiert hat. Hier schoss der Umsatz um 12 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro nach oben – der operative Gewinn legte sogar um 17 Prozent auf 184,5 Millionen Euro zu. Noch aussagekräftiger: Der Auftragsbestand explodierte um 24 Prozent.
CEO Gene Murtagh zeigt sich extrem zuversichtlich und prognostiziert für ADVNSYS allein mindestens 300 Millionen Euro EBITDA im laufenden Jahr 2026. Der Grund für diese Euphorie: Der KI-Boom treibt den Bau neuer Rechenzentren weltweit an. Kingspans Anteil pro Megawatt Datacenter-Kapazität ist seit 2010 von unter 100.000 Dollar auf über 500.000 Dollar gestiegen – eine Versechzehnfachung.
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Die Iren bauen ihre Kapazitäten massiv aus: In den USA, im Nahen Osten und in Asien entstehen neue Produktionsstätten. Allein in Kentucky entsteht ein Werk mit über 74.000 Quadratmetern Fläche.
Europa schwach, aber Kingspan wächst trotzdem
Während die europäischen Baumärkte weiter darben – Frankreich verzeichnete seit 2019 einen Rückgang von 23 Prozent, Belgien von 18 Prozent und Großbritannien von 14 Prozent – konnte Kingspan organisch um 13,7 Prozent wachsen. Diese deutliche Überperformance verdankt das Unternehmen seiner Technologieführerschaft und dem Fokus auf Energieeffizienz.
Die größere Sparte Insulated Building Envelopes, die 82 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, steigerte den Erlös um knapp 6 Prozent auf 7,54 Milliarden Euro. Allerdings schrumpfte hier die operative Marge leicht um 30 Basispunkte auf 10,2 Prozent – belastet durch Akquisitionskosten und geografische Verschiebungen.
Kingspan investierte im vergangenen Jahr 752 Millionen Euro in Übernahmen und Kapitalausgaben. Ein ambitioniertes Investitionsprogramm von 1,2 Milliarden Euro soll weiteres Umsatzpotenzial von 2 Milliarden Euro erschließen. Neue Produktionslinien entstehen in Belgien, Tschechien und Polen.
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Ausblick trübt sich leicht ein
Für 2026 stellt Management einen operativen Gewinn von rund 1,05 Milliarden Euro in Aussicht – ein Plus von etwa 10 Prozent. Diese Prognose hatte Murtagh allerdings bereits im November kommuniziert, sodass der Markt keine positive Überraschung erlebte. Analysten kalkulieren im Schnitt bereits mit 1,06 Milliarden Euro.
Ein Wermutstropfen: Der freie Cashflow sank von 509 Millionen auf 429 Millionen Euro. Schuld war vor allem der Aufbau von Working Capital in Höhe von 151 Millionen Euro, der für neue Anlagen und den Auftragsbestand nötig wurde. Die Nettoverschuldung stieg auf 1,88 Milliarden Euro, womit sich das Verhältnis zum EBITDA von 1,47 auf 1,65 verschlechterte.
Ein weiterer Punkt belastet: Die EU-Kommission untersucht derzeit, ob Kingspan bei einer Fusionsprüfung 2021 falsche oder irreführende Angaben gemacht hat. Im schlimmsten Fall droht eine Geldstrafe von bis zu 1 Prozent des Konzernumsatzes – also rund 92 Millionen Euro. Kingspan bestreitet die Vorwürfe und hat keine Rückstellung gebildet.
Das ursprünglich angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 650 Millionen Euro läuft schleppend: Von der zweiten Tranche über 500 Millionen wurden bisher nur 150 Millionen umgesetzt. Die Vollendung wird nun weitere 16 Monate dauern. Zudem kassierte Kingspan die Pläne für einen möglichen Börsengang der ADVNSYS-Sparte – ohne nähere Begründung.
Trotz dieser Eintrübungen bleibt die Grundstory intakt: Kingspan profitiert vom Datacenter-Boom, gewinnt Marktanteile in schrumpfenden europäischen Märkten und setzt konsequent auf Nachhaltigkeit. Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch – und das aus gutem Grund.
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