Kioxia macht ernst mit dem Kapitalrückgabe-Programm. Am Montag sprang die Aktie des japanischen NAND-Speicherherstellers um 13,35 Prozent auf 276,00 Euro. Der Rückkauf, der bereits Ende Juli angekündigt wurde, ist jetzt in seine aktive Kaufphase gestartet.
Der Rückkauf läuft an
Kioxia darf bis zu 30 Millionen eigene Aktien zurückkaufen. Das entspricht 5,5 Prozent aller ausstehenden Anteile ohne eigene Bestände. Der Konzern setzt dafür bis zu 800 Milliarden Yen ein, umgerechnet mehrere Milliarden Euro.
Die Kaufphase läuft vom 3. August bis zum 30. Oktober 2026. Kioxia begründet den Schritt mit besserer Kapitaleffizienz und höheren Aktionärsrenditen. Beim Earnings Call machte das Management zudem klar: Der niedrige Aktienkurs sei der richtige Zeitpunkt, um den Gewinn je Aktie zu verbessern.
Aktiensplit im Oktober folgt
Parallel zum Rückkauf hat der Vorstand einen Aktiensplit im Verhältnis 3:1 beschlossen. Stichtag ist der 30. September 2026, wirksam wird der Split am 1. Oktober. Kioxia begründet den Schritt damit, die Einstiegshürde für Investoren zu senken und die Aktionärsbasis zu verbreitern.
Rückkauf und Split zusammen ergeben ein deutliches Signal: Das Management will den Aktienkurs stützen und für mehr Anleger zugänglich machen.
Ein Rekordquartal treibt die Maßnahmen
Hinter den Kapitalmaßnahmen steckt ein außergewöhnliches Quartal. Kioxia meldete für das erste Fiskalquartal 2026 einen Umsatz von 1,77 Billionen Yen, ein Plus von 415,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn erreichte 1,33 Billionen Yen bei einer Marge von 75 Prozent – damit übertraf allein dieses Quartal den gesamten Gewinn des Vorjahres.
Der Konzern erreichte zudem einen bilanziellen Meilenstein. Nach Schuldentilgung weist Kioxia jetzt eine Netto-Cash-Position aus.
Trotz der Rekordzahlen verfehlte der Quartalsgewinn knapp die Markterwartung von 1,37 Billionen Yen. Auch der Ausblick für das laufende Quartal blieb unter dem Konsens. Kioxia rechnet dennoch mit einem Umsatzsprung auf 2,39 Billionen Yen, ein Plus von 35 Prozent zum Vorquartal. Getrieben wird das von steigenden NAND-Preisen – die Preise für Blended-NAND sollen um rund 70 Prozent zulegen – sowie anhaltender Nachfrage aus dem Ausbau der KI-Infrastruktur.
Eine wilde Achterbahnfahrt
Der Rückkauf startet nach turbulenten Wochen. Die Aktie steht seit Jahresbeginn zwar mit 384,21 Prozent im Plus, hat in den vergangenen 30 Tagen aber 36,99 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 621,00 Euro, erreicht im Juni, liegt der Kurs inzwischen 55,56 Prozent entfernt.
Im Juni war Kioxia nach einer Rallye von über 600 Prozent seit Jahresbeginn kurzzeitig Japans wertvollstes Unternehmen. Seither hat der Konzern über 30 Billionen Yen an Marktkapitalisierung verloren, umgerechnet etwa 185 Milliarden Dollar – ein Rückgang von 52 Prozent vom Höchststand. Zusätzlichen Druck brachte der Ausstieg eines langjährigen Großaktionärs: Eine Private-Equity-Firma, die fast ein Jahrzehnt investiert war, verkaufte Anfang Juli ihre gesamte Position und erlöste dabei rund 17 Milliarden Dollar.
Analysten bleiben trotz der Schwankungen mehrheitlich optimistisch. JPMorgan verwies im Juni auf die wachsende Bedeutung von Enterprise-SSD-Verkäufen und bestätigte ein „Overweight“-Rating mit Kursziel 155.000 Yen. Nomura hob sein Kursziel zuvor auf 126.000 Yen an und beließ die „Buy“-Empfehlung, mit Verweis auf anhaltend starke KI-getriebene Nachfrage nach Enterprise-Speicher und erwartete weitere NAND-Preissteigerungen.
Kioxia selbst beschreibt den globalen NAND-Markt weiterhin als angespannt, getrieben von der Nachfrage nach Hochkapazitäts-SSDs für KI-Training und -Inferenz. Ob dieser Rückenwind reicht, um die Kursschwankungen der vergangenen Wochen auszugleichen, dürfte sich während der laufenden Rückkaufperiode bis Ende Oktober zeigen.
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