Kioxia Holdings verlängert seine Gewinnserie auf vier Handelstage. Auslöser ist ein optimistischer Ausblick des US-Speicherherstellers SanDisk, der am Donnerstag die gesamte asiatische Speicherchip-Branche beflügelte. Die Kioxia-Aktie legte zeitweise über 8 Prozent zu, SK Hynix gewann früh mehr als 6 Prozent hinzu.
Im deutschen Handel schloss das Papier gestern bei 307,65 Euro, ein Plus von 9,1 Prozent. Auf Wochensicht steht damit ein Zuwachs von 19 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 440 Prozent vervielfacht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 621,00 Euro, erreicht im Juni, bleibt die Aktie allerdings noch deutlich entfernt.
SanDisk zündet die Rally
Den Ausschlag gab der Investor Day von SanDisk am Mittwoch. Der Konzern stellte für die Geschäftsjahre 2028 bis 2030 ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen zweistelligen Bereich in Aussicht, dazu eine bereinigte Bruttomarge von rund 80 Prozent und eine bereinigte Free-Cashflow-Marge von etwa 50 Prozent.
Untermauert wird das Ziel durch langfristige Preisvereinbarungen mit acht Kunden im Gesamtwert von rund 94 Milliarden Dollar, die etwa zwei Drittel der für 2028 erwarteten Bit-Lieferungen abdecken sollen. Der Markt für Enterprise-Flash-Speicher soll laut SanDisk bis 2030 ein Volumen von 1,2 Zettabyte erreichen.
Für Kioxia ist das mehr als nur ein Stimmungstreiber der Branche: Das Unternehmen entwickelt gemeinsam mit SanDisk die neue, neunte Generation seiner Flash-Technologie für Rechenzentren der Künstlichen Intelligenz, mit Übertragungsraten von 4,8 Gigabit pro Sekunde und einem Geschwindigkeitsplus von rund 33 Prozent.
Zusätzlich arbeitet Kioxia an der 332-Lagen-3D-NAND-Generation BiCS10, die bereits in der Musterphase läuft und eine um 59 Prozent höhere Speicherdichte gegenüber der Vorgängergeneration BiCS8 bieten soll.
Untermauert wurde die Kaufstimmung am Donnerstag zusätzlich durch schwächer als erwartet ausgefallene US-Erzeugerpreise für Juli, die die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen drückten und Technologiewerte generell begünstigten. Auch der südkoreanische Leitindex KOSPI legte am vierten Tag in Folge zu.
Kioxia treibt eigene Technik voran
Parallel zur Kursrally meldete Kioxia technologischen Fortschritt in einem weiteren Segment: Auf der OCP-APAC-Konferenz in Taipeh stellte der Konzern am Donnerstag Pläne für eine optische SSD nach dem PCIe-Gen6-Standard vor und kündigte Kundenversuche mit dem nächsten Prototyp an. Kosten und Zuverlässigkeit gelten laut Unternehmensangaben noch als Herausforderung vor einer Massenproduktion.
US-Investoren wollen gehebelte ETFs auflegen
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt ein regulatorisches Vorhaben: Fünf US-Vermögensverwalter, darunter Tuttle Capital Management, ProShares und Tidal Financial Group, haben bei der US-Börsenaufsicht SEC Anträge für gehebelte Kioxia-ETFs mit zwei- bis dreifacher Tagesrendite eingereicht.
Da Kioxia keine US-Hinterlegungsscheine (ADRs) besitzt, dürfte sich die Prüfung laut Nikkei Asia verzögern. Tuttle Capital äußerte gegenüber Medien, Kioxia könne „der nächste SK Hynix“ werden – ein Verweis auf Südkorea, wo gehebelte ETFs auf Samsung und SK Hynix zuvor die Kursschwankungen verstärkt und die Aufsicht zu schärferer Regulierung veranlasst hatten.
Sollte die SEC zustimmen, könnten die Produkte einem Bericht zufolge in Japan als ausländische Investmentfonds vertrieben werden und damit das dortige Verbot einzelaktienbasierter Hebelprodukte umgehen.
Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 175 Prozent liegt Kioxia bereits jetzt unter den schwankungsreichsten Werten des Sektors – ein Umstand, der die Debatte um zusätzliche Hebelprodukte auf den Titel zusätzliche Brisanz gibt.
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