Im Zuge einer breiteren Markterholung und gestützt von einem freundlichen Branchenumfeld hat die Kioxia-Aktie am Freitag um 6,7 Prozent auf 312,00 Euro zugelegt.
Der japanische Speicherchiphersteller will sich damit frisches Kapital für seinen Expansionskurs sichern, während das Management zugleich versucht, eine Überhitzung der Speicherpreise im Segment der künstlichen Intelligenz zu verhindern.
Milliardenpläne an den US-Börsen
Laut Bloomberg erwägt das Unternehmen, durch die Ausgabe von American Depositary Receipts an einer US-Börse mindestens 10 Milliarden US-Dollar aufzunehmen. Gespräche dazu laufen Medienberichten zufolge mit den US-Großbanken Bank of America, Goldman Sachs und JPMorgan Chase über eine mögliche Platzierung im kommenden Jahr.
Kioxia bestätigte Vorbereitungen für ein solches Vorhaben, stellte jedoch klar, dass Zeitplan und Ausgestaltung noch offen seien und die Pläne je nach Rahmenbedingungen auch wieder verworfen werden könnten.
Disziplinierte Preispolitik im KI-Geschäft
Trotz der dynamischen Nachfrage nach Speicherlösungen mahnt die Unternehmensführung zur Mäßigung. Wie Bloomberg berichtete, erteilte der Vorstandsvorsitzende von Kioxia am 9. September engeren Verflechtungen mit dem Rivalen und Anteilseigner SK Hynix eine Absage.
Zugleich wies die Unternehmensspitze den Vertrieb an, aggressive Preiserhöhungen gegenüber Betreibern von Rechenzentren einzudämmen. Nach Einschätzung des Managements haben die Speicherpreise bereits deutlich angezogen, sodass weitere Aufschläge die Investitionsbereitschaft in KI-Infrastruktur dämpfen könnten.
Um im Wettbewerb mit chinesischen Anbietern zu bestehen und die Partnerschaften mit US-Technologiekonzernen zu vertiefen, setzt Kioxia parallel auf Produktinnovationen. Anfang September stellte das Unternehmen ein CXL-Modul vor, das herkömmlichen DRAM-Speicher teilweise ersetzen kann. Die Technologie verdoppelt die Kapazität und verspricht eine Leistungssteigerung um 30 Prozent.
Investitionsoffensive und bevorstehender Aktiensplit
Flankiert wird die strategische Positionierung von umfangreichen Ausgaben für den Kapazitätsausbau. Gemeinsam mit dem Partner SanDisk kündigte Kioxia am 27. August ein Investitionsvolumen von rund 5 Billionen Yen an, um unter anderem eine neue Fertigungsstätte am Standort Kitakami zu errichten. Für Anleger steht zudem am 30. September ein Aktiensplit im Verhältnis 3 zu 1 an, der die Handelbarkeit des Papiers verbessern soll.
Die Mehrheit der Marktbeobachter bewertet die Aussichten optimistisch: Medienberichten zufolge raten 15 von 16 Analysten zum Einstieg. Eine vorsichtigere Haltung nimmt das Analysehaus Bernstein ein, das am 8. September seine Verkaufsempfehlung bestätigte.
Mit einem Zuwachs von 447 Prozent seit Jahresanfang blicken Aktionäre auf eine kräftige Aufwärtsbewegung zurück. Neue Einblicke in die operative Entwicklung erwarten die Märkte am 12. November, wenn Kioxia die Geschäftszahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegt.
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