KKR bereitet mit Singtel und Tata Communications einen Verkauf von STT GDC India vor. Wie ETDatacenters heute berichtet, streben die Beteiligten einen Verkauf für mehr als 5,5 Mrd. US-Dollar an. Für Anleger steht damit eine mögliche größere Transaktion im Rechenzentrumsgeschäft im Mittelpunkt. Ein abgeschlossener Verkauf ist das noch nicht.
Verkauf statt Börsengang im Blick
Zuvor war für etwa Juli ein indischer Börsengang erwogen worden. Dabei stand eine Bewertung von 6–7 Mrd. US-Dollar im Raum. Der jetzt berichtete Verkaufsplan wäre ein anderer Weg zur Verwertung der Beteiligung. Ein Käufer oder ein verbindlicher Abschlusszeitpunkt wird nicht genannt.
Die Bewertungsmaßstäbe bleiben für die mögliche Transaktion entscheidend. Rechenzentren im asiatisch-pazifischen Raum wurden dem Bericht zufolge mit dem 18- bis 20-Fachen des vertraglich gesicherten EBITDA bewertet. STT erwartet ähnliche Multiplikatoren. Daraus lässt sich allerdings noch kein gesicherter Verkaufserlös für KKR ableiten.
KKR und Singtel hatten im Februar einen Baraufkauf über 5,2 Mrd. US-Dollar angekündigt, um die vollständige Kontrolle über STT GDC zu übernehmen. Diese Transaktion und der geplante Verkauf des Indiengeschäfts betreffen unterschiedliche Umfänge. Die Beträge sind deshalb kein unmittelbarer Maßstab für einen möglichen Veräußerungsgewinn.
Wachstum mit gegenläufiger Gewinnentwicklung
STT GDC India betreibt 34 Rechenzentren in zehn Städten. Hyperscaler stehen für rund 75 % des Umsatzes. Damit prägen diese Kunden einen großen Teil des Geschäfts, das die Beteiligten nun zum Verkauf stellen wollen.
Die Verträge laufen typischerweise sieben bis fünfzehn Jahre. Diese langen Laufzeiten gehören zu den wesentlichen Merkmalen des angebotenen Geschäfts. Für die Bewertung ist neben dem Wachstum deshalb auch die vertragliche Bindung der Kunden relevant.
Im Geschäftsjahr FY26 stieg der Umsatz um 17,8 %, während der Gewinn um 22,9 % sank. Umsatzwachstum und Ergebnisentwicklung liefen somit auseinander.
Für Anleger ist diese gegenläufige Entwicklung eine wichtige Einschränkung der Wachstumsgeschichte. Höhere Erlöse allein belegen noch keine entsprechend stärkere Ertragskraft. Der mögliche Verkaufspreis muss daher auch im Zusammenhang mit der Gewinnentwicklung betrachtet werden.
Quartalszahlen als nächster Termin
Unabhängig vom Verkaufsprozess steht bei KKR die nächste Ergebnisvorlage an: Am 9. November veröffentlicht das Unternehmen vor US-Börsenöffnung seine Zahlen für das dritte Quartal 2026.
Der Analystenkonsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 1,58 US-Dollar und einen Umsatz von 2,66 Mrd. US-Dollar. Die anschließende Telefonkonferenz ist für 10:00 Uhr ET angesetzt.
Damit stehen zwei unterschiedliche Prüfsteine an: Die Quartalszahlen liefern den nächsten Einblick in die Geschäftsentwicklung. Beim Indiengeschäft bleibt dagegen entscheidend, ob aus dem Verkaufsplan eine verbindliche Vereinbarung mit konkreten Konditionen wird.
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