Klarna verbucht einen historischen Erfolg vor Gericht. Ein schwedisches Gericht verurteilte Google wegen wettbewerbswidriger Praktiken zu einer Rekord-Entschädigung. Davon profitiert die Klarna-Tochter PriceRunner mit einer Summe von rund 1,97 Milliarden US-Dollar.
Das Patent- und Marktgericht in Stockholm gab PriceRunner recht. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Google seine marktbeherrschende Stellung bei der Suchmaschine missbrauchte. Der Tech-Riese bevorzugte systematisch den eigenen Preisvergleichsdienst gegenüber unabhängigen Plattformen. Dadurch verlor PriceRunner über Jahre hinweg massiv an Internetverkehr und Werbeeinnahmen.
Rekordsumme für die Fintech-Tochter
Die zugesprochene Entschädigung von 14,3 Milliarden schwedischen Kronen markiert den größten Wettbewerbsschaden in der Rechtsgeschichte des Landes. Inklusive Zinsen beläuft sich der Betrag auf fast zwei Milliarden Dollar. Klarna integrierte die PriceRunner-Technologie nach der Übernahme im Jahr 2022 vollständig in das eigene Ökosystem.
Anleger reagierten euphorisch auf die Nachricht. Das Papier legte zeitweise um mehr als sieben Prozent zu. Aktuell notiert der Kurs bei 18,08 Euro. Damit liegt der Wert rund 72 Prozent über seinem Jahrestief von 10,50 Euro aus dem März. Parallel dazu stieg die 30-Tage-Performance auf über 20 Prozent.
Google kündigt Widerstand an
Google widerspricht der gerichtlichen Entscheidung und bereitet eine Berufung vor. Ein Sprecher des US-Konzerns erklärte, man prüfe derzeit alle rechtlichen Optionen. Klarnas Rechtsberater rechnen damit, dass sich ein Berufungsverfahren über Jahre hinziehen könnte. Dan Greaves, Kommunikationschef bei Klarna, sieht im Urteil dennoch einen Meilenstein für fairen Wettbewerb.
Die PriceRunner-Software bildet mittlerweile das Rückgrat der Klarna-Einkaufssuche in 13 Märkten. Die Datenbank umfasst über 100 Millionen Produkte von einer halben Million Händler. Diese Daten nutzt Klarna auch für seine KI-gestützte Handelsstrategie in Kooperation mit ChatGPT.
Für das Unternehmen bleibt der tatsächliche Geldsegen vorerst ungewiss. Mögliche Vereinbarungen mit früheren PriceRunner-Aktionären und Prozesskostenfinanzierern könnten die finale Summe reduzieren. Investoren richten ihren Blick nun auf die Einreichung der Berufungsschrift, die den weiteren juristischen Zeitplan festlegen wird.
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